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Schwyz

Seit Corona steigt der Wunsch nach Haustieren markant

Die Bevölkerung verbringt in der Pandemie zwangsweise mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Deshalb sind Haustiere gefragt wie nie – doch die hohe Nachfrage hat eine Kehrseite.
Tanja Looser, Leiterin Tierheim Burg in Seewen, erhält seit Januar viele Vermittlungsanfragen. (Bild: Jasmin Reichlin / Bote der Urschweiz)

Jasmin Reichlin, bote.ch

Ein Haustier ist für viele eine wahre Erheiterung im Alltag. Das bedeutet auch Verantwortung und Arbeit, aber vor allem Zeit. Zeit, die viele nicht haben, weil sie den ganzen Tag arbeiten. Doch aufgrund von Homeoffice und Kurzarbeit verbringt ein Grossteil der Bevölkerung mehr Zeit zu Hause.

Da ist ein Haustier eine willkommene Abwechslung zum sonst eher einsamen Alltag. Der «Bote» befragte Tierheime, Tierärzte und Tierzüchter, ob sich Schwyzerinnen und Schwyzer seit der Pandemie vermehrt Haustiere anschaffen.

Das Tierheim Burg in Seewen hatte letztes Jahr aufgrund von Renovierungsarbeiten während einiger Monate geschlossen. «Seit der Wiedereröffnung im Januar erhalten wir sehr viele Vermittlungsanfragen hinsichtlich Katzen und Hunde», erzählt Tanja Looser, Leiterin des Tierheims. Vor allem junge Katzen und Hauskatzen seien sehr gefragt. Hinsichtlich Abgaben sei es momentan jedoch ruhig. «Wir befürchten aber, dass die Leute nach dem Homeoffice und der Kurzarbeit die Tiere wieder vermehrt abgeben.»

Hunde sind derzeit sehr beliebt

Martina Bolfing hat während 18 Jahren die Tierpension Lütenau in Steinen geleitet, nun ist sie seit September in Meierskapell. «Die Nachfrage nach Hunden ist derzeit so hoch, dass es schwierig ist, überhaupt welche zu finden», bemerkte Bolfing. In ihrer Tierpension sei es momentan äusserst ruhig: «Da die Leute nicht in die Ferien gehen und aufgrund des Homeoffice die Hunde auch nicht während des Tages abgeben, haben Tierpensionen derzeit Existenzsorgen.»

Oberhalb von Schwyz liegt die Hundezucht «Hof Mythen» von Greth Steiner, welche ein Herz für Grosse Schweizer Sennenhunde hat. Seit Corona habe auch bei ihr die Nachfrage nach Welpen zugenommen, sagt die Schwyzerin gegenüber dem «Boten der Urschweiz».

Umso wichtiger ist es auch für Greth Steiner, die Motive der Bewerber genau zu prüfen. «Viele schaffen sich einen süssen Hund an und erfahren erst später, dass die Bedürfnisse dieses Hundes gar nicht in ihren Haushalt passen», weiss sie. «Einem guten Züchter ist es wichtig, die zukünftigen Hundehalter kennenzulernen und nach der Abgabe der Welpen für sie als Ratgeber da zu sein», hält die Hundezüchterin weiter fest. Vor allem als die Hundeschulen coronabedingt ausfielen, sei dies besonders wichtig gewesen.

Die Tierarzt-Praxis Parkvets in Goldau habe hingegen das Gefühl, dass sich die Anschaffung von Haustieren in einem ähnlichen Rahmen wie in anderen Jahren befinde, so Stefan Schelbert, Praxisassistent und Tierpfleger.

Qualipet verkauft derzeit keine Tiere

Im Qualipet können im Normalfall nebst Futter und Ausstattung auch kleinere Tiere gekauft werden. «Während der beiden Lockdowns durften respektive dürfen wir keine Tiere verkaufen, da sie in erster Linie nicht zum Grundbedarf zählen», erklärt Sonja Schmitter, Filialleiterin Qualipet Schwyz. Der Grundbedarf war jedoch zu jedem Zeitpunkt gedeckt.

«Grundsätzlich merken wir auch einen Anstieg beim Verkauf von Nagern und Fischen», sagt Julia Herz, Leiterin Qualipet Digital AG, auf Anfrage des «Boten». «Was aber ganz klar festzustellen ist: Der Bedarf an Zubehör und Erstausstattungen für Hunde und Katzen ist gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es rund 12000 Hunde mehr in der Schweiz. Da Katzen nicht gechippt werden müssen, ist hier die eindeutige Zahl nicht bekannt.»

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