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Seien wir alle mehr wie Innerthal

Seit Wochen lächeln sie wieder um die Wette – die Schwyzer Köpfe auf den Parteiplakaten. Sie tanzen vor dem Rathaus, verteilen wetterfest auf dem Hauptplatz Flyer oder diskutieren an abendlichen Podiumsdiskussionen. Das alles, um Sie, liebe Leser, liebe Leserin, bis zum 3. März zu überzeugen. Die Kandidierenden haben das auch schon 2020 gemacht. Für die Wahlbeteiligung hat es aber nicht viel gebracht. Nur gerade 36 Prozent der Stimmberechtigten haben gewählt. Nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten haben entschieden, wer in Zukunft über unser Zusammenleben verfügt. Das macht mich nachdenklich. Wo sind denn die kämpferischen Schwyzerinnen und Schwyzer, die für Eigenverantwortung und Mitbestimmung einstehen, wenn es drauf ankommt?

Ein Blick auf die kantonale Wahlstatistik der Kantonsratswahlen von 2020 zeigt, welche Gemeinde besonders vorbildlich gewählt hat und welche nicht. Es sind die Innerthaler und Innerthalerinnen mit den 152 Wahlberechtigten, die am fleissigsten waren, so haben 64 Prozent gewählt (hopp Innerthal 2024!). Schlusslicht ist Illgau. Von den 608 Wahlberechtigten gingen nur gerade 28 Prozent wählen. Meine gewagte These: Wären die Wahlen eine Konzertbühne, dann wären wohl mehr Illgauer wählen gegangen – wenn man die Banddichte bedenkt und wie viele Helferinnen für die die Massnahmen zur Sanierung des «Sigristenhauses» bereits auf der Bühne gestanden sind. Seien wir also bei den kommenden Wahlen alle ein bisschen mehr wie Innerthal. Warum nicht mehr Schwyzerinnen und Schwyzer wählen gehen, da gibt es viele Gründe. Vor fünf Monaten haben wir gewählt, nun müssen wir im März schon wieder, werden sich wohl einige denken. Bei den nationalen Wahlen im Oktober 2023 hat die Wahlbeteiligung besser ausgesehen (Ständerat 55 % und Nationalrat 49 %).

Wenn Sie sich dazu entschliessen, wählen zu gehen, hier ein paar Denkanstösse, bevor Sie die Kreuzchen setzen. Denn immerhin sind es 400 Kandidierende fürs Kantonsparlament und 9 Kandidierende für den Regierungsrat.

Bekannte: Gut möglich, dass Sie von den Kandidierenden für die Legislative und Exekutive eine Person persönlich kennen und sie darum wählen (oder eben gerade nicht).  

Berufe: Soll ich schon wieder einen Unternehmer, eine Geschäftsführerin, eine Juristin oder einen Lehrer wählen? Von diesen gibt es bei den Kantonsratskandidierenden nämlich erstaunlich viele, wie dem Schwyzer Amtsblatt zu entnehmen ist. Wie wäre es mal mit einer Goldschmiedemeisterin, einem Gärtner oder mehr Pflegefachfrauen im Rat?

Smartvote: Nur gerade der SP-Kandidat hat die Fragen ausgefüllt, die es uns erleichtern, jemanden zu wählen. Aus «Kollegialitätsgründen» haben die anderen nicht mitgemacht. Ich als Wählerin beurteile aber jede Person einzeln. Bei den Kantonsrats-Kandidierenden sieht es schon besser aus, da haben immerhin 333 der 397 Personen ein Profil erstellt. 

Alter: Die jüngste Kandidatin hat Jahrgang 2005 (die älteste 1947). Hat sie schon genug Lebenserfahrung? Kann sie mich im Rat vertreten? Dies werden sich einige fragen. Das Durchschnittsalter der Schweizer Erwerbsbevölkerung ist laut Bundesamt für Statistik bei fast 43 Jahren. Das wären also Politiker und Politikerinnen um den Jahrgang 1980 herum.

Frauen: Im Moment sind es 14 Kantonsrätinnen bei 100 Mitgliedern und 1 Regierungsrätin. Da geht wohl noch mehr! Den Höchststand von 24 Frauen im Kantonsparlament erreichten wir 2006.

Parteien: Der Regierungsrat ist seit 2012 mit SVP, FDP und der Mitte fest in bürgerlichen Händen. Die SP hat nach dem Rücktritt von Armin Hüppin ihren Sitz nach 68 Jahren in der Exekutive verloren. Links-Grün kämpft sich zurück. Die SP will zurück in die Regierung, die Grünen nach 2016 wieder in den Kantonsrat.

Damit das Volk von der gewählten Regierung und dem Parlament optimal vertreten werden kann, ist eine gute Durchmischung von Alter, Geschlecht, Parteien, Berufsgattungen, Inner- und Ausserschwyzerinnen (und Innerthalern) wichtig.

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