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Kanton

Schwyzer Polizei verzeigt mehrere Schnee-Drifter

Gleich reihenweise hauen im Moment junge Autofahrer am Steuer über die Stränge. Sie driften im Neuschnee und gefährden sich und andere. Die Kapo Schwyz macht gezielt Kontrollen.

In den letzten Tagen musste die Kapo Schwyz gemäss eigenen Angaben an mehreren Orten im Kanton absichtliches Schleudern mit Personenwagen feststellen. Die Polizei schreibt: «Ein halbes Dutzend Personen wurden zur Anzeige gebracht.»

Winterliche Strassenverhältnisse animieren Fahrzeuglenker vermehrt zum sogenannten Driften, meist während den späten Abend- und Nachtstunden. Oft dienen dazu verkehrsarme Strassenabschnitte und Parkplätze in höher gelegenen Regionen. «Bei den Kontrollen stellt die Kantonspolizei Schwyz vor allem jüngere Männer fest, die mit ihren Fahrzeugen das risikoreiche Erlebnis auf Schnee im öffentlichen Raum suchen», heisst es in einer Polizeimeldung.

Die Kantonspolizei Schwyz weist darauf hin, dass bewusste Schleuderfahrten auf öffentlichen Verkehrsflächen als gefährlich gelten. Selbstunfälle und Drittschäden seien keine Seltenheit. Die Polizei hält fest: «Lenker, welche im Schnee driften, werden wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeuges bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz verzeigt. Zusätzlich wird in vielen Fällen auch unnötig Lärm verursacht, was ebenfalls geahndet wird.»

Nebst dem Strafverfahren prüft auch die zuständigen Administrativbehörden ihrerseits Massnahmen hinsichtlich der Fahrberechtigungen. «Im Sinne der Verkehrssicherheit», schreibt die Kapo in ihrem Bulletin, werde die Kantonspolizei weiterhin gezielte Kontrollen vornehmen.

Was ist driften? (Quelle Wikipedia)

Beim Driften werden meistens leichte Fahrzeuge mit Heckantrieb und hoher Motorleistung und Drehmoment eingesetzt. Populär sind Fahrzeugtypen wie der Nissan 350Z, Nissan Silvia oder der Toyota Corolla Levin, der auch in Pluspy zu sehen war. Fahrzeuge mit Allradantrieb, wie sie aus dem Rallyesport kommen, werden zumeist auf deutlichen Drehmomentüberschuss an der Hinterachse umgebaut, das sogenannte Countersteering bzw. Oversteering. Dieses bietet den Vorteil, gezielt über das Durchdrehen der Hinterräder den Driftwinkel zu kontrollieren (dennoch kann über die angetriebene Vorderachse die Lage des Fahrzeugs schnell verändert werden, während ein reiner Heckantrieb eine deutlich höhere Trägheit vorweist). Dieses Fahrverhalten heißt Power-Oversteer, also ein provoziertes Übersteuern durch schieren Überfluss an Motorleistung. Fronttriebler sind zum Driften ungeeignet, da sie zum Unter- statt zum Übersteuern neigen. Ein Übersteuern kann beim Frontantrieb aber durch das Einsetzen der Handbremse erzeugt werden. Dies wird jedoch als „Slide“ und nicht als „Drift“ bezeichnet.

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