Süühudi zogen mit WC-Papier und Impfwagen durchs Dorf

EINSIEDELN ⋅ Wie immer völlig unorganisiert, frech und ungezügelt machten sich am Güdelmontagmorgen die wilden Süühudi auf zum Gang durchs Dorf Einsiedeln. Die Leute kamen in Scharen. Die Coronavorgaben interessierten nur wenige.

Aktualisiert: 
15.02.2021, 12:00
15. Februar 2021, 11:41

Volles Haus heute Morgen in Einsiedeln. Video CH Media

Corona hin oder her, der Süühudi-Auflauf in Einsiedeln blieb auch dieses Jahr nicht aus. Das Publikum kam einmal mehr in Scharen. Es hatte noch mehr Zuschauerinnen und Zuschauer als am Seniorenumzug letzte Woche. Etliche Hundert Gäste hat man heute am Strassenrand gezählt.

Die erste Grossveranstaltung seit Monaten fand in Einsiedeln statt. Hunderte Fasnächtler zogen am Montagmorgen durch die Hauptstrasse von Einsiedeln. Uber Tausend Zuschauer wohnten dem traditionellen Anlass bei, kaum weniger Personen als in normalen Jahren. Der Sühudiumzug ist ein lokaler Brauch, für den keine Organisatoren verantwortlich sind. Er findet einfach statt.

Jerusalema Challenge im Süühudi-Stil. Leservideo Bote der Urschweiz

Die Polizei liess den wilden Umzug gewähren. Die Polizei markierte Präsenz und ermahnte die Fasnächtler, den Abstand und die Maskenpflicht einzuhalten. Zudem achtete die Polizei darauf, dass es nicht zu grösseren Gruppierungen und Menschenansammlungen kommt. Man schätzt die Anzahl Fasnächtler auf etwas über 1000. Viele Fasnächtler trugen keine Masken und hielten den Sicherheitsabstand nicht ein.

Das herrliche Wetter dürfte ebenfalls zum Publikumsansturm beigetragen haben. Video Silvia Gisler, March-Anzeiger

Am Umzug war das Coronavirus das dominante Sujet. Viele Impfwagen waren unterwegs. Der Bundesrat wurde aufs Korn genommen mit Sprüchen wie: «Der Lockdown ist wie die Ovomaltine: Er geht länger, wird aber nicht besser.»

Die Polizei konzentrierte sich zunächst darauf, die Leute zur Einhaltung der Coronamassnahmen zu ermahnen. Das nützte relativ wenig. Gegen Mittag fuhr die Kapo die Präsenz massiv hoch. Die Strassen wurden mit zusätzlichen Leuten vom Kloster her Richtung Dorf geräumt. Ein Bussenzettel, ausgestellt kurz vor 12 Uhr, ging auf WhatsApp viral. Ein Einheimischer wurde mit 100 Franken gebüsst, wegen der Bussenziffer 16002: Teilnahme an einer unzulässigen Veranstaltung im Rahmen der Covid-19-Verordnung.

Wie schon letzte Woche bildeten sich auch heute Vormittag und am Mittag Schlangen vor den Take-aways im Dorf, vor allem entlang der Route. Auch hier hielten sich viele nicht an die Abstandsregeln. An einem üblichen Güdelmontag würden sich am Nachmittag in Einsiedeln die Leute zum Wagenumzug versammeln. Grosse Umzugswagen waren dieses Jahr nicht zu erwarten, aber noch immer hatte es um die Mittagsstunden einiges Volk im Dorf, wenn auch deutlich weniger als am Morgen. g/


Login


 

Leserkommentare