«Sogar die Blässhühner sind lauter»

AUSSERSCHWYZ ⋅ Auf dem Zürichsee bei Wangen-Lachen sollen mehr Flugzeuge starten und landen dürfen. Die Häuschenbesitzer am Ufer laufen Sturm und befürchten mehr Krach. Der Flugplatz kontert mit Lärmmessungen.

12. Juni 2019, 10:52

Flugplatz-Betreiber Ueli Diethelm muss in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ein Betriebsreglement für den Wasserflugplatz Wangen-Lachen erstellen. In diesem wird unter anderem das Bewegungskontingent festgelegt. Aktuell zählt der einzige Wasserflugplatz der Schweiz rund 500 Starts und Landungen pro Jahr. 

Die meisten davon natürlich in den Sommermonaten. Laut neuem Betriebsreglement sollen künftig 1500 Bewegungen im Jahr möglich sein. Also dreimal mehr als bisher. Dies ist ganz und gar nicht im Sinne der Umweltverbände und Ferienhausbesitzer am See.

Sie befürchten, dass sich der Flugbetrieb von hier auf jetzt verdreifacht, die Lärmbelastung steigt und die Schutzgebiete und Biotope darunter leiden werden. Entsprechend haben sie Einsprachen eingereicht und fordern ein tieferes Kontingent.

Die Befürchtung, dass sich die Anzahl Bewegungen verdreifacht, widerlegt Ueli Diethelm. «Die Zahl wurde nur so hoch angesetzt, dass wir in den nächsten zehn Jahren nicht gleich wieder eine Anpassung vornehmen müssen», erklärt er. Und auch die Lärmbelastung durch seine Wasserflugzeuge sei nicht höher als die von Motorbooten. 

«Ja sogar streitende Blässhühner sind bei jüngst durchgeführten Messungen lauter gewesen», sagt Diethelm. Das BAZL will demnächst die definitive Anzahl Bewegungen festlegen. Danach gelte es abzuwarten, ob erneut dagegen vorgegangen wird oder nicht. «Die Betriebsbewilligung wird aber noch vor den Sommerferien verfügt», verspricht BAZL-Sprecher Christian Schubert. sg

March-Anzeiger/Höfner Volksblatt


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