Partnervermittlung à la Tierpark

TIERPARK GOLDAU ⋅ Die Kranichdame im Natur- und Tierpark Goldau verlor letztes Jahr ihren Partner und war seither allein. Doch jetzt besteht Hoffnung auf eine neue Romanze, denn nach langer Suche konnte ein Kranich-Mann gefunden werden.

09. April 2019, 09:05

Als das Sturmtief «Burglind» anfangs 2018 durch die Schweiz fegte und Bäume entwurzelte, musste der Natur- und Tierpark Goldau auch einen tierischen Verlust einstecken. Der männliche Kranich überlebte den Sturm nicht. Seither lebte das Kranich-Weibchen allein in der Anlage.

Die lange Suche nach dem Glück

Die Suche nach einem geeigneten Partner gestaltete sich schwierig und langwierig. Kraniche werden nur selten gezüchtet, da die korrekte Haltung dieser grossen Vögel äusserst schwierig ist. Doch die Geduld hat sich gelohnt, im März ist ein junger Kranichmann aus Österreich nach Goldau gekommen.

Das kräftige junge Männchen ist perfekt geeignet und mit dem Weibchen im Tierpark nicht verwandt. Doch bevor der Vogel nach Goldau ziehen konnte, stand noch eine Hürde an: Der Transport eines Tieres über Landesgrenzen braucht nicht nur mehrere Bewilligungen, sondern muss äusserst sorgfältig erfolgen, da Kraniche sehr stressanfällig sind. Dank schonendem Transport durch Fachleute kam das Kranich-Männchen aber gesund in seiner neuen Heimat an.

Ewige Liebe und zweite Chancen

Kranichpaare werden in der Literatur als monogam beschrieben und bleiben demnach meist ein Leben lang zusammen. Das würde die Verpaarung der neuen Kraniche natürlich verkomplizieren. Doch glücklicherweise ist die Natur meistens etwas flexibler als in den Büchern beschrieben. Denn wilde Kraniche suchen sich wenn möglich nach dem Verlust ihres Partners einen neuen Gefährten. Zudem gibt es Hinweise, dass sich auch bestehende Paare trennen und einen neuen Partner suchen.

Auch die Verkupplung der beiden Kraniche im Natur- und Tierpark Goldau verlief reibungslos. Die Kranichdame zeigte zwar am ersten Tag ein gesundes Misstrauen und beobachtete den Neuankömmling aus einer sicheren Distanz, doch bereits am nächsten Tag schritten sie Seite an Seite durch die Anlage.

Unterscheiden kann man die beiden anhand ihrer Kopfzeichnung: Das Weibchen hat einen schön ausgefärbten Kopf mit leuchtenden Farben. Beim Männchen sind diese Farben wegen seines jugendlichen Alters noch etwas diffus und gräulich. Doch in wenigen Monaten wird auch er sich mit prächtigem Gefieder von seiner schönsten Seite zeigen. (pd)


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