Kater «Leo» wurde zu Tode gequält

IMMENSEE ⋅ Grausamer Fall von Tierquälerei in Immensee. Kater «Leo» wurde verstümmelt vor die Haustüre gelegt. Die Familie hofft, dass man den Täter findet. Es werden Zeugen gesucht.

21. November 2020, 12:05

«Wir werden wirklich alles daran setzen, diesen kranken und völlig gestörten Menschen zu finden, und ihn zur Rechenschaft ziehen», schreibt die Familie Meier aus Immensee auf Facebook. Via soziale Netzwerke sucht man nach Zeugen, die Angaben zur Misshandlung des neunjährigen Katers machen können.

Vor einer Woche fanden die Meiers ihren schwarzen «Leo» verstümmelt vor der Haustür im Hausmatt-Quartier. Das geliebte Haustier starb «auf pervestete Weise», schreibt die Familie. Sie zieht es vor, keine Details zu nennen.

Die Verletzungen deuteten zunächst auf einen Unfall hin. Aber Tierarzt Martin Wehrle hatte bald einen schlimmen Verdacht. Gegenüber «Pilatus Today» sagte er: «Einen solchen Fall von Tierverletzung habe ich so noch nie gesehen.» Weil der tote «Leo» direkt vor die Haustüre gelegt worden war, muss der Täter die Familie und die Katze wohl gekannt haben.

Auf Facebook reagierten die User mit Bestürzung. Sie wünschen der Familie viel Kraft und sind überzeugt, den Täter werde man früher oder später ausfindig machen.

Der Begriff der Tierquälerei aus fachlicher Sicht

Tierquälerei wird in allgemein als Symptom der Störung des Sozialverhaltens beschrieben. Tierquälerei ist bei Gewalttätern häufig bereits im Kindes- und Jugendalter zu beobachten. Eine Abgrenzung ist schwierig, da bei Kindern und Jugendlichen solches Verhalten nicht ungewöhnlich ist. Ebenso besteht laut Wikipedia ein Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Tiere und zwischenmenschlicher Gewalt.

Psychoanalytiker werten Tierquälerei als Abwehrmechanismus in Form einer „Verschiebung“. Das Tier verkörpere dabei die Rolle eines Prügelknaben. Häufig würden ehemalige Opfer zu Tätern, die im Akt der Quälerei ihre subjektiv in der Vergangenheit erlebten Qualen am Objekt, dem Tier, reinszenierten und dabei kurzzeitig einen Abbau ihrer aufgestauten inneren Aggressionsspannung erlebten. gh


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