Süühudi zogen auswärtiges Partyvolk an

EINSIEDELN ⋅ Neues zu den Vorfällen am Güdelmontag in Einsiedeln. Während die Polizei am Umzug mit Einheimischen zu tun hatte, gab es am Abend auch Probleme mit jungen Leuten aus anderen Kantonen. Die waren vom Treiben angelockt worden.

Aktualisiert: 
16.02.2021, 14:00
16. Februar 2021, 12:05

Der Schwyzer Polizeisprecher David Mynall bestätigt, am Montagabend seien auch diverse Personen aus anderen Kantonen aus dem Einsiedler Dorfzentrum weggewiesen worden. Die meisten waren um die 20 Jahre alt. Auch wenn am Abend noch immer mehrheitlich Jugendliche aus der Region unterwegs waren, präsentierte sich die Lage anders als am Morgenumzug. Da standen praktisch ausschliesslich Einheimische am Strassenrand.

Aktuell geht auch die Polizei davon aus, dass tatsächlich vereinzelt Auswärtige vom Fasnachtstreiben im Dorf erfahren hätten und deshalb eigens nach Einsiedeln zogen. Woher genau die ausserkantonalen Jugendlichen für ihre Abendparty anreisten, gibt die Kapo nicht bekannt. 

Im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz wurde am späten Abend ein 18-jähriger Einsiedler auf offener Strasse vor dem Bahnhof überwältigt. Der Betroffene zum «Boten»: «Mich hat einfach jemand zu Boden geworfen.» Es war ein Polizist in Zivil. Auf Videos ist leise zu hören, wie der Teenager zweimal sagt: «Ich cha nid schnuufe.»

Die Aufnahmen zeigen indes, der Polizist kniet nicht auf dem Arretierten. Der Jugendliche lag mit nacktem Oberkörper am Boden, das T-Shirt über den Kopf gezogen. Der 18-Jährige gibt an, er habe am Abend die Festatmosphäre geniessen wollen, er habe ein bis zwei Bier getrunken gehabt.

Der Teenager wurde nach der Überwältigung in Handschellen zu einem Polizeibus gebracht. Nach fünf Minuten habe er seinen Pullover anziehen dürfen. Später liess die Polizei den Jugendlichen gehen. «Mir wurde vorgeworfen, ich hätte provoziert», erzählt er dem «Boten». Er widerspricht. Bei der Festnahme habe er Blessuren am Rücken erlitten. Er zieht den Rechtsweg in Betracht. «Ich bin traumatisiert und werde die Polizei nie mehr im gleichen Licht sehen.»

Polizeisprecher David Mynall hält fest, dass die Polizeimitarbeiter am Montagabend «extrem aggressiver physischer Gewalt» gegenübergestanden seien. Es flogen Flaschen und Böller. Entsprechend habe man reagieren müssen. Aber: Es gab aber auf beiden Seiten keine Verletzten. Es brauchte keine Ambulanz vor Ort. Ein «Bote»-Leser berichtet derweil, man habe beobachten können, wie die Stimmung im Verlauf des Tages immer gereizter wurde. Schon am Nachmittag seien Leute im Dorf angepöbelt worden.

Bei den zwei, die in die Ausnüchterungszelle mussten, handelte es sich um eine 24-jährige Frau und einen 18-jährigen Mann. Eine Person wird sich ausserdem wegen Sachbeschädigung zu verantworten haben, sie hatte den Snackautomaten im Bahnhof malträtiert. gh


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