«Die Schweiz anderswo» zeigt Geschichten von Schweizer Auswanderern

SCHWYZ ⋅ Die neuste Ausstellung «Auf in eine neue Welt - Die Schweiz anderswo» im Forum Schweizer Geschichte Schwyz ist dem Thema Auswanderung gewidmet. Im Zentrum stehen Geschichten und Schicksale von zahlreichen Schweizern auf ihrer Glückssuche in der Ferne.

11. April 2019, 14:09

Bis ins frühe 20. Jahrhundert war die Schweiz ein Auswanderungsland, erinnert das Schweizerische Nationalmuseum am Donnerstag in seiner Mitteilung zur Eröffnung der Ausstellung. Die Gründe, die Schweiz zu verlassen, sind und waren vielschichtig und haben sich im Lauf der Jahrhunderte gewandelt.

Bis zur französischen Revolution wanderten vor allem Söldner für fremde Dienste aus. Zum Massenphänomen wurde die Emigration in der Schweiz im 19. Jahrhundert: Fast eine halbe Million Schweizer machten sich auf in die Fremde, um dort ihr privates und berufliches Glück zu finden.

Noch vor wenigen Generationen emigrierten viele Schweizerinnen und Schweizer aus wirtschaftlicher Not. Andere fanden in Afrika, Asien und Ozeanien als Missionare, Geschäftsleute oder Naturforscher neue Tätigkeitsfelder. Heute leben rund elf Prozent der Schweizer Bevölkerung rund um den Globus, insgesamt über 750'000 Menschen.

Bund übernimmt das Steuer

Mit der Auswanderungswelle der 1880er-Jahre nach Übersee und in europäische Länder begann der Bund, die Auswanderung zu steuern. Er erliess Gesetze zum Schutz der Auswanderer und setzte 1888 das eidgenössische Auswanderungsamt ein.

Um die Verbindung der im Ausland lebenden Schweizer zur Heimat und untereinander zu stärken, gründete die Neue Helvetische Gesellschaft im Jahr 1916 die Auslandschweizer-Organisation (ASO). Sie wird von den Behörden als Sprachrohr der fünften Schweiz anerkannt. 1935 kam mit dem Schweizerischen Kurzwellendienst ein weiteres Kommunikationsmittel hinzu, das 1978 in «Schweizer Radio International» umbenannt wurde.

Laut Mitteilung werden in der Ausstellung faszinierende Geschichten von Schweizer Auswanderern zwischen dem 19. und 21. Jahrhundert beleuchtet. Aussergewöhnliche Exponate, Fotos und Filme dokumentieren etwa das Leben des «Türken-Müllers» aus Luzern, der im 19. Jahrhundert als Direktor der Orientbahn in Istanbul Karriere machte.

Pariser Hotelkönig aus dem Wallis

Zu den Porträtierten gehören auch der Walliser Cäsar Ritz, der nach Paris auswanderte und dort neue Massstäbe in der Luxushotellerie setzte, oder der Bauingenieur Othmar H. Ammann, der als Chefingenieur die städtebauliche Entwicklung von New York nachhaltig prägte.

Darüber hinaus lädt ein vielfältiges Rahmenprogramm zur Reflexion über das Thema Auswanderung ein. An ausgewählten Sonntagen sind die Besucher eingeladen, die eigene Auswanderungsgeschichte oder die eines Familienmitglieds zu erzählen und diese für sich schreiben zu lassen.

Die Ausstellung «Auf in eine neue Welt - Die Schweiz anderswo» in Schwyz dauert vom 13. April bis am 29. September. (sda)


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