notifications
Einsiedeln

Mutterliebe pur: Tierfilmer hält intime Szene fest

«Bote»-Leser Erich Egli hat in Einsiedeln tolle Tieraufnahmen gemacht. Uns erzählt er, welcher Aufwand dahinter steckte.

Liebevoll schleckt die Geiss ihr Kitz, dann ziehen die zwei von dannen. Eine ergreifende Szene hat Naturfilmer Erich Egli diese Woche im Raum Einsiedeln eingefangen. Letzten Montag konnte er beobachten, wie die Rehgeiss ihr Kitz ins Gebüsch legte und weg in den Wald huschte. «Da wusste ich, was zu tun war», erzählt Egli dem «Boten». Noch in der Nacht stellte er sein Tarnzelt auf, etwa 200 Meter entfernt an einer windsicheren Stelle. «Dann ging die Warterei los.»

Einsiedeln: Geiss umsorgt Kitz

Der Naturfilmer harrte rund vier Stunden aus, bis die Geiss wieder auftauchte und sich ganz vorsichtig dem Kitz näherte. Die intimen Aufnahmen waren im Kasten. Erich Egli freut sich: «Ich habe anscheinend alles richtig gemacht.» Gut getarnt, wurde er von den scheuen Tieren gar nie bemerkt. Das zahlte sich mit unvergesslichen Bildern aus.

Jeder angefressene Tierfotograf wird bestätigen: Die Tierfotografie fasziniert durch ihre einzigartige Mischung aus Herausforderung und Belohnung. Tiere sind unberechenbare Motive, die sich nicht in Pose werfen oder Anweisungen befolgen. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Verhaltensweisen und seinen eigenen Lebensraum. Diese Vielfalt einzufangen und in einem einzigen Bild festzuhalten, ist eine spannende Aufgabe, die Kreativität, Geduld und technisches Können erfordert. 

Der Weg zum perfekten Tierfoto ist jedoch oft steinig. Die größte Schwierigkeit besteht darin, das gewünschte Tier überhaupt vor die Linse zu bekommen. Viele Tiere sind scheu und meiden den Menschen, andere sind nachtaktiv oder leben in schwer zugänglichen Gebieten. Selbst wenn man ein Tier gefunden hat, ist es oft eine Herausforderung, den richtigen Moment abzupassen. Tiere sind ständig in Bewegung, das Licht wechselt – und manchmal kommt einfach alles anders als geplant.

Neben diesen äusseren Schwierigkeiten gibt es natürlich auch technische Hürden zu meistern. Erich Egli ergeht es da wie allen anderen Fotofreunden: Mit Routine kommts immer besser.

Mehr aus dieser Gemeinde
Kommentare (0)