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Kolumne

Musik als Lebenssinn?

Krieg und Leid herrschen zurzeit auf unserem Planeten, doch was kann ich dagegen tun? Diese Frage beschäftigte mich lange Zeit. Als suchender Mensch begann in mir eines Tages die Erkenntnis zu reifen, dass wir die Schöpfer unserer eigenen Realität sind. Seither habe ich die Fragestellung umformuliert: Wie kann ich zu einer friedlicheren Welt beitragen? Die Antwort auf diese Frage sollte mein Lebenssinn werden.

Bereits als Kind brannte mein Herz für Musik, besonders für Volksmusik. Da Ländler von meinen Schulfreunden allerdings belächelt wurden, unterdrückte ich meine Passion während der Jugendzeit stets. Irgendwann jedoch war der Leidensdruck nicht mehr auszuhalten, und ich outete mich in Form von Musikvideos, welche ich auf Social Media veröffentlichte. Erstaunlicherweise stiess ich nicht wie erwartet auf Hohn und Abweisung, sondern wurde von einer Flut an Lob und Komplimenten überschwemmt. Dies war ein Wendepunkt in meinem Leben, bei welchem ich mich zum ersten Mal fragte, ob Musik eines Tages mein Beruf, wenn nicht sogar mein Lebenssinn sein könnte.

Gehemmt durch mein eher konservatives Umfeld, fehlte mir anfangs noch der Mut, um diese Frage mit einem Ja zu beantworten. Erst eine Auszeit am anderen Ende der Welt machte mich mental stark genug, um mich von da an voll und ganz meiner Leidenschaft zu widmen. Mittlerweile geniesse ich die Selbstständigkeit als Volksmusiker, Komponist und Musikproduzent. Und trotzdem frage ich mich regelmässig aufs Neue, ob dies nun wirklich auch meinem Lebenssinn entspricht.

Seit einigen Jahren darf ich immer häufiger feststellen, dass meine Musik tatsächlich in gewissen Menschen etwas Positives auslösen kann – sei es eine gute Stimmung, Freude oder sogar Heilung. Dies erfüllt mich. Und ich glaube auch, dass genau dies mein persönlicher Beitrag zu einer friedlicheren Welt ist. Deshalb sehe ich das Erschaffen und Verbreiten von Musik in der Tat als meinen derzeitigen Lebenssinn.

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