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Umfrage

Müssen die Goldauer Rigitüfel anständiger werden?

Wirbel an der Goldauer Fasnacht. Wegen Belästigungsvorwürfen zogen die Rigitüfel mit den Händen in den Hosentaschen durch die Strasse. Eure Meinung ist gefragt.

Auffallend still waren dieses Jahr die Goldauer Rigitüfel am grossen Fasnachtsumzug am Samstag (wir berichteten). Kein Teufel ging aufs Publikum los, kein Konfetti landete in den Haaren, niemand wurde auf die Schultern genommen und herumgewirbelt. Mit den Händen im Hosensack und einem Banner am Umzugswagen «Isch etz besser?» protestierten sie gegen die Anschuldigungen in den letzten Jahren gegen sie. 

Der Grund für das demonstrativ passive Verhalten? Einige Personen hatten sich bei den Rigitüfeln beschwert. Leute im Publikum fühlten sich belästigt. Etwa dann, wenn jemand gepackt wurde. Hier Ausschnitte aus den Goldauer Fasnachtsumzügen der letzten Vorjahre.

Dazu unsere Umfrage: Ist es an der Zeit, dass die Rigitüfel mehr Anstand zeigen? Oder geht damit Brauchtum verloren?

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Die Thematik beschäftigte eine grosse Anzahl an Leuten, in den ersten Stunden nach der Publikation der Online-Umfrage nahmen rund 3220 Personen – 492 Ja-Stimmen, 2728 Nein-Stimmen – an der Online-Umfrage teil, welche am Dienstagmorgen online geschaltet wurde. Diese Zahl bedeutet einen absoluten Teilnehmerrekord. Die Erhaltung des Schwyzer Fasnachtsbrauchtums liegt offensichtlich vielen Leuten am Herzen.

Auch die Hummelzunft Arth beklagt, dass immer öfter die Akzeptanz für das Fasnachtsbrauchtum in der Bevölkerung fehlt. Wie die Arther Guuggenmusig in einem Leserbrief berichtete, wurden sie bei ihrer traditionellen Tagwache am Güdelmontag um 5 Uhr in der Klostermatt in Arth mit Eiern beworfen. Dies schon zum wiederholten Mal, und am Montag wurde ein Mitglied sogar am Kopf getroffen und verletzt. «Wir sind entsetzt und einfach nur sprachlos», stand im Leserbrief.

Mit Reklamationen müssen sich auch die Rossbärghäxä Goldau, welche Umzugsbesuchenden gerne mal ein Konfetti-Bad gönnen, auseinandersetzen: «Uns wird dabei fast immer gesagt, dass die Kinder wegen unseres Verhaltens Angst vor uns hätten», erklärt Vizepräsidentin Edith Schuler-Arnold, fügt aber an: «Glücklicherweise ist es uns bisher durch mündliche Gespräche gelungen, die Angelegenheiten jeweils zu klären.»

Im Gegensatz zur oft genannten Angst der Kinder steht der offenbar abnehmende Respekt der Kinder gegenüber den Fasnachtsfiguren. Oft wurden in vergangenen Jahren die beiden Hexen «Strudeli und Strätteli», die ein fester Bestandteil der Brunner Fasnachtskultur sind, von Kindern regelrecht angefallen. Es wurde an den Kleidern und den Kostüm-Haaren der beiden Waldfrauen gezerrt.

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