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Goldau

Lauerzer Kindergärtler zügeln vom Klassenzimmer in den Tierpark

Spezielles Pilotprojekt im Natur- und Tierpark Goldau: Zwei Jahre lang wird ein Kindergarten in den Park verlegt.
Den Kindern soll die Natur nähergebracht werden, wie das heute schon mit den «Mini Rangern» passiert.
Bild: Tierpark Goldau

Ab August 2023 findet der Unterricht des Lauerzer Kindergartens zu grossen Teilen im Tierpark Goldau statt. Die Eltern haben die Wahl, ob die Kleinen einen oder vier Tage die Woche in der Parkanlage verbringen. Das Konzept hinter der Premiere hat die Pädagogische Hochschule Schwyz (PHSZ) ausgearbeitet. Vorbehalte von Eltern seien dabei in die Planung eingeflossen, teilte der Tierpark in einer Medienmitteilung vom Mittwoch mit: «Das Ziel des Tierpark-Kindergartens Lauerz ist es, möglichst viel Zeit draussen in der Natur und im Park zu verbringen.»

Schon heute gibt es im Park sogenannte «Mini Ranger», die Sprösslingen im Alter von drei bis sechs Jahren das Tierleben in der Natur kindergerecht erklären. Das Kindergarten-Projekt ist vorerst auf zwei Jahre befristet. Man fasst je nach Erfahrungen ins Auge, das Angebot allenfalls auf andere Schulstufen auszudehnen.

In der Schweiz besteht laut Wiki in den meisten Kantonen ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenbesuch von einem oder zwei Jahren. Ein Gesetzesentwurf der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) vom 16. Februar 2006 sieht außerdem vor, dass Kinder ab dem vollendeten vierten Lebensjahr obligatorisch in einen Kindergarten oder eine sogenannte Eingangsstufe eintreten. In bestimmten Kantonen wie zum Beispiel Basel-Stadt besteht die Kindergartenpflicht bereits. Gegenwärtig gehen in den meisten Kantonen der Schweiz die Kinder im fünften und sechsten Lebensjahr in den Kindergarten, also vor der Einschulung. Typisch ist ein Pensum von ca. 60 Prozent oder sechs Halbtagen. Verwaltungstechnisch sind die Kindergärten in den meisten Kantonen schulnah positioniert.

Allerdings sind zurzeit erhebliche Veränderungen im Gange. Im Zusammenhang mit den sich verändernden Gesellschafts- und Familienstrukturen werden in vielen Gemeinden Blockzeiten eingeführt, und die Zahl der sogenannten Tageskindergärten, in denen die Kinder über Mittag zum Essen bleiben können, nimmt zu. Wo aufgrund einer Arbeitstätigkeit der Eltern dennoch Betreuungslücken entstehen, werden diese oft durch Mittagstische, Kindertagesstätten, Tageseltern oder die Großeltern abgedeckt. Diese Entwicklung bei den Kindergärten verläuft parallel zu jener bei den Schulen (Blockzeiten, Tagesschulen) und hat eine ähnliche politische Dynamik. gh

Bericht am Donnerstag im «Boten»

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