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Steuern

Bitcoins kosten auch in Schwyz Vermögenssteuern

Bis Ende März muss die Steuererklärung eingereicht sein. Erstmals werden in den Vermögenswerten dabei grössere Beträge an Kryptowährungen auftauchen. Das Problem: Deren Kurs rast weit hinauf und ebenso schnell wieder herunter. Welche Werte müssen nun versteuert werden?
Kryptowährungen unterliegen grossen Kursschwankungen, weshalb der Steuerwert schnell viel höher oder tiefer als deren aktueller Wert sein kann. Bild: PD
Josias Clavadetscher

Noch zehn Tage, dann muss die Steuererklärung eingereicht sein. Das heisst, dass momentan Tausende von Steuerpflichtigen über diesen Formularen brüten. Einige werden noch mehr brüten als andere, wenn sie neu auch in Kryptowährungen investiert haben. Wie sind diese zu versteuern und zu welchem Wert?

Ganz vereinzelt haben Kantone dazu Merkblätter herausgegeben – Schwyz nicht. Einzig in der Steuerwegleitung ist ein Vermerk dazu zu finden. Seit zwei Jahren ist aber klar, dass auch Kryptowährungen versteuert werden müssen. Sie müssen im Wertschriftenverzeichnis unter dem Begriff «übrige Guthaben» aufgeführt und am besten mit einem Ausdruck des  Bestandes von Ende des Vorjahres belegt werden. Ideal ist dazu ein Ausdruck der «digitalen Brieftasche», des Wallet. Dies gilt für Währungen in Bitcoins, Ether, Litecoin, Ropple, Dash oder alle inzwischen über 900 Kryptowährungen, die es gibt. Die Eidgenössische Steuerverwaltung legt dazu einen «offiziellen» Kurswert fest, der eingesetzt werden muss. Diese digitalen Währungen werden also gleich behandelt wie andere Vermögenswerte.

Kursgewinne müssen nicht versteuert werden
Wer also Bitcoins besitzt, muss diese als Vermögenswert deklarieren. Wer es nicht macht, begeht eine Steuerhinterziehung. Nicht zu versteuern sind jedoch Gewinne, die aus den Kursschwankungen von Kryptowährungen realisiert werden. Ebenso können aber Verluste aus Kursschwankungen steuerlich nicht abgezogen werden. Es gilt also die gleiche Praxis wie bei anderen Kapitalgewinnen. Steuerpflichtig werden Gewinne aus Kryptowährungen erst, wenn ein gewerbsmässiger Handel damit stattfindet. Gemäss Markus Beeler, Vorsteher der Steuerverwaltung, komme dies aber selten vor. Ebenfalls als Einkommen steuerpflichtig werden Kryptowährungen, wenn jemand seinen Lohn oder andere Leistungen zum Beispiel in Bitcoins ausbezahlt erhält. Dann muss dies auf dem Lohnausweis stehen. 

Ein Problem kann es für die Besitzer digitaler Währungen werden, dass die Kurse teils riesige Sprünge machen. Vor einem Jahr war ein Bitcoin rund 1000 Franken wert. Im Dezember 2017 lag der Kurs bei über 18 000 Franken, Ende 2017 bei 13 784 Franken, die nun steuerpflichtig deklariert werden müssen. Nur: Inzwischen liegt der aktuelle Kurs wieder bei 8100 Franken. Es kann also sein, dass ein Anleger ein digitales Vermögen versteuern muss, das inzwischen massiv weggeschmolzen ist. «Diese Währungen sind enorm volatil», sagte Beeler. 

Bezahlen in Kryptowährungen ist nicht möglich
Kein Thema ist dagegen, dass staatliche Stellen Kryptozahlungen annehmen. Die Stadt Zug sei hier «enorm vorausgegangen», bestätigte Finanzdirektor Kaspar Michel, sie akzeptiere Zahlungen bis zu einem gewissen Betrag. Die Schwyzer Regierung beobachte die Entwicklung,  denn im Gefolge dieser Währungen siedeln sich auch Firmen an, welche dieses Geschäftsmodell bearbeiten. Das wäre dann interessanter. Michel kann sich sogar vorstellen, dass ein «Krypto-Valley Zug» auch auf Küssnacht, Arth und ganz Innerschwyz durchschlagen könnte. 
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