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Klimastreik

Unter dem Motto #ZuHeiss: Klimajugend geht wieder auf die Strasse

In den Schweizer Städten wird am Freitag wieder gegen den Klimawandel gestreikt. Die Gruppe Klimastreik Schweiz hat zu Demos aufgerufen. Sie kritisiert unter anderem, dass der Bund die drohende Stromlücke mit ölbetriebenen Reservekraftwerken bekämpfen will.  

Der Sommer 2022 geht als der zweitwärmste seit Messbeginn in die Geschichtsbücher ein. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch hierzulande vermehrt sichtbar. Vor diesem Hintergrund ruft die Gruppierung Klimastreik Schweiz am Freitag wieder zu verschiedenen Protestaktionen auf. Gleichentags finden weltweit ebenfalls Proteste gegen den Klimawandel statt.

Unter dem Motto #ZuHeiss sind ab 16 Uhr Demonstrationen und Aktionen unter anderem in Baden, Zürich, Bern, Basel, St.Gallen und Luzern geplant. Der Klimastreik Schweiz fordert dabei gemäss einer Mitteilung das Ziel von Netto-Null Emissionen bis 2030. Die Gruppierung kritisiert, dass Öl- und Gaskonzerne aufgrund des Ukraine-Krieges «grosse Profite» machen würden und damit die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens gefährdeten.

Protest gegen Notkraftwerk im Aargau

Den Aktivistinnen und Aktivisten ist zudem ein Dorn im Auge, dass der Bundesrat angesichts der drohenden Strommangellage den Bau von öl- und gasbetriebenen Reservekraftwerken plant. «In Zeiten der Klimakrise Öl- und Gasinfrastruktur auszubauen wäre absurd», wird ein Aktivist in der Mitteilung zitiert.

Der Streikenden kündigen an, sich «mit allen Mitteln» gegen den Bau und die Inbetriebnahme von Öl- oder Gaskraftwerken zu wehren. Die Aargauer Sektion des Klimastreiks protestierte bereits vor einer Woche zusammen mit den Jungen Grünen und den Juso gegen den Bau eines mobilen Notkraftwerks im aargauischen Birr. Der Bund hat anfangs September mit der Betreiberfirma General Electric ein Abkommen unterzeichnet für den Bau eines entsprechenden Kraftwerks.

Industrie soll Energieverbrauch deutlich senken

Um die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten, braucht es gemäss Klimastreik nun wirksame Massnahmen. Dazu gehöre ein Ausbau der Solarenergie auf allen versiegelten Flächen und «eine massive Reduktion des Energieverbrauchs in der Industrie». Dies könne mit einer «radikalen Arbeitszeitverkürzung» erreicht werden, heisst es.

Zuletzt hat der Klimastreik am 25. März diesen Jahres zu schweizweiten Demonstrationen aufgerufen. In Zürich hatten gemäss den Organisatoren 2000 Personen am Streik teilgenommen. Den grössten Zulauf verzeichnete die Bewegung gemäss eigenen Angaben im März 2019, als bis zu 65’000 Personen in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse gingen.