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Nationale Tariforganisation

So will der neue Santésuisse-Präsident Landolt die explodierenden Gesundheitskosten bekämpfen

Martin Landolt, Präsident des Krankenkassen-Dachverbandes Santésuisse, will strukturelle Änderungen im Gesundheitssystem anstossen. Dazu gehört auch ein Pauschalsystem. 

Der Ärzteverband, die Spitäler und die Krankenversicherer sind mit im Boot: Noch im laufenden Jahr soll eine nationale Tariforganisation gegründet werden, um die steigenden Gesundheitskosten zu bekämpfen. Das kündigte Santésuisse-Präsident Martin Landolt in einem Interview mit dem «Sonntagsblick» an. «Wir werden wohl noch in diesem Jahr eine neue nationale Tariforganisation gründen, an der alle Tarifpartner beteiligt sind», erklärte der Mitte-Nationalrat.

Landolt hat das Präsidium des Krankenkassen-Dachverbandes Ende Juni übernommen – und will in seinem Amt neue Impulse setzen, wie er in dem am Sonntag veröffentlichten Interview sagt. Er sei überzeugt, dass die Kosten mit mehr Pauschalen gesenkt werden können, ergänzt durch Einzelleistungstarife, sagte Landolt: «Gerade die Arzttarife gehören zu den Kostentreibern.» Im Spitalbereich wisse man, dass die Kosten dank Pauschalen weniger steigen.

Auch die Politik sieht der Santésuisse-Präsident in der Verantwortung: Parlament, Kantone und der Bundesrat würden «zu wenig unternehmen», um die Kosten zu senken. Die Kantone etwa sollten laut Landolt bei den Ärztezulassungen und Spitälern koordinierter vorgehen, «um teure Ineffizienzen auszumerzen.» Ein nationales Spitalgesetz sei deswegen prüfenswert. (aka)