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Coronavirus

Schweiz will sich an Pandemiefonds beteiligen

Die Gruppe der grossen Wirtschaftsnationen (G20) hat einen Fonds im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie ins Leben gerufen. Auch die Schweiz will mitmachen.

Auf Bali beschlossen die Gesundheitsminister der G20-Staaten einen Pandemiefonds. Auch die Schweiz will sich beteiligen.
Bild: Keystone

Die Mittel des Pandemiefonds sollen zur Stärkung der Gesundheitssysteme und Schliessung von Haushaltslücken über fünf Jahre dienen. Das haben die Gesundheitsminister der G20-Staaten am Samstag in Nusa Dua auf der indonesischen Insel Bali beschlossen. Der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer begrüsste an einer Videokonferenz die Etablierung des Fonds, wie das Finanzdepartement auf Twitter mitteilte. Auch stellte er eine finanzielle Beteiligung der Schweiz in Aussicht.

20 Länder und drei wohltätige Organisationen hätten 1,4 Milliarden US-Dollar zugesagt, berichtete Indonesiens Regierung. Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben allerdings Finanzierungslücken im Kampf gegen die Pandemie von 10,5 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren ausgemacht.

Das Treffen der Gesundheitsminister habe einen Mechanismus zur Beschaffung von Mitteln, eine Arbeitsgruppe und ein Führungsgremium geschaffen, sagte der Generalsekretär im indonesischen Gesundheitsministerium, Kunta Wibawa Dasa Nugraha. Das Virus kenne keine Grenzen. Deswegen sei es notwendig, eine widerstandsfähigere Gesundheitsarchitektur zu schaffen.

Kritik von Gesundheitsexperten

Gesundheitsexperten sahen den Pandemie-Fonds gleichwohl kritisch. Auch seien die zugesagten Mittel nur gut ein Zehntel des geschätzten Bedarfs. «Wir segeln das Schiff, während wir es bauen», sagte Fiona Uellendahl vom Kinderhilfswerk World Vision. Es hätten zuerst die wichtigsten Lehren aus der Covid-19 Pandemiebekämpfung gezogen werden müssen, bevor neue Instrumente ins Leben gerufen werden.

Es dürfe nicht noch mal geschehen, was beim Kampf gegen Covid-19 erlebt worden sei: «Vor allem den Egoismus reicher Länder und die mangelnde Solidarität mit Ländern, die nicht die Mittel haben ihre ganze Bevölkerung ausreichend zu impfen und zu versorgen», kritisierte Uellendahl.

Programm zur Verteilung von Impfstoffen soll überprüft werden

Die G20-Gesundheitsminister einigten sich allerdings auch darauf, das internationale Programm gegen die Pandemie «Access to Covid-19 Tools Accelerator» (ACT-A) zu evaluieren. Er war für die weltweite Verteilung der Impfstoffe zuständig, was aber schlecht funktioniert hat. Kritiker warfen reichen Geberländern eigennütziges Handeln vor, was zu einer Schieflage zwischen dem globalen Norden und Süden geführt habe, die bis heute nicht überwunden sei.

Die Gesundheitsminister räumten indirekt Probleme ein, indem betont wurde, dass alle Nationen künftig «gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung in Notfällen» haben müssten. Das ACT-A-Konzept müsse «nachhaltiger und beständiger» gemacht werden. (abi/dpa)

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