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Kasachstan

Papst: «Schrei der Vielen» um Frieden

Papst Franziskus will mit seiner Reise zum Religionstreffen in Kasachstan unterstreichen, dass er an der Seite aller Frieden suchenden Menschen der Welt steht.
Papst Franziskus (M) nimmt an der Begrüßungszeremonie im Präsidentenpalast Ak Orda mit Kassym-Jomart Tokajew, Präsidenten von Kasachstan, teil. Der Papst besucht Kasachstan im Rahmen eines Weltkongresses der Religionsführer. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa
Bild: Keystone/AP/Andrew Medichini

"Ich komme, um den Schrei der Vielen zu verstärken, die um Frieden flehen, der für unsere globalisierte Welt ein wesentlicher Entwicklungsfaktor ist", sagte das Oberhaupt der Katholiken am Dienstag in Nur-Sultan.

In der kasachischen Hauptstadt erinnerte Franziskus in seiner Rede vor Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew und Diplomaten an die Ukraine. "Ich komme hierher im Verlauf des wahnsinnigen und tragischen Krieges, der durch die Invasion der Ukraine ausgelöst worden ist, und während noch weitere Auseinandersetzungen und drohende Konflikte diese unsere Zeit gefährden", sagte der Papst.

Damit unterstrich der 85 Jahre alte Argentinier ein weiteres Mal, dass Russland als Aggressor für den Krieg verantwortlich ist. Das hatte Franziskus lange nicht deutlich gesagt und deshalb Kritik geerntet. Auf dem Hinflug an Morgen von Rom nach Nur-Sultan hatte das Flugzeug des Papstes der italienischen Fluggesellschaft Ita Airways wie fast alle westlichen Airlines den russischen Luftraum gemieden.

Franziskus bezeichnete sich selbst als "Pilger des Friedens", der auf der Suche nach Dialog und Einheit sei. "Unsere Welt hat dies dringend nötig, sie muss wieder zu Harmonie finden", unterstrich der Pontifex.

An diesem Mittwoch wird der zweitägige Kongress der Religionsführer eröffnet. Dabei stehen mehrere bilaterale Treffen an. Zudem will der Papst eine öffentliche Messe in Nur-Sultan feiern. Am Donnerstag soll eine Abschlusserklärung des Kongresses verlesen werden, dann steht der Rückflug nach Rom an. Für Franziskus, der wegen eines schweren Knieleidens die meiste Zeit im Rollstuhl sitzt, ist dies die vierte Auslandsreise in diesem Jahr nach den Trips nach Malta und Kanada. (sda/dpa)