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Bundespräsident

Alain Bersets Abschieds-Interview

Bundespräsident Alain Berset verabschiedet sich nach den Bundesratswahlen vom Mittwoch nach zwölf Jahren aus der Landesregierung. Was wird er am wenigsten vermissen? "Die jährliche Ankündigung der Krankenkassenprämien", sagte der SP-Magistrat.
Bild: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Er wolle allerdings nicht klagen, sagte Berset im Interview mit der "SonntagsZeitung", das gehörte schliesslich zu seinem Job. Am stolzesten ist er rückblickend darauf, dass er derselbe geblieben sei. "Natürlich habe ich im Amt viel gelernt und viel Erfahrung gewonnen. Aber ich bin so geblieben, wie ich bin", sagte er. "Wenn man so tiefe Wurzeln hat wie ich und im Leben auch noch anderes wichtig findet als Politik, ist das gar nicht so schwierig."

Bundesrat sei eigentlich ein normaler Job, so Berset. ". Ich komme morgens allein ins Büro und arbeite und bin an Sitzungen, bis Feierabend ist und ich wieder heimgehe." Glamourös sei die Inneneinrichtung im Innendepartement nämlich nicht - und Spektakel wie Galadinners gebe es vielleicht ein- oder zweimal pro Jahr.

Berset: "Autsch"

Ein solches fand zuletzt beim Besuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron statt. Zu Bersets Intermezzo mit der französischen Luftwaffe habe dieser aber nichts gesagt. "Ich glaube nicht, dass das bis zu ihm vorgedrungen ist", sagte Berset. Er selbst habe bei diesem Vorfall übrigens nur eins gedacht: "Autsch."

Für seine Zeit nach der Landesregierung setzt Berset vorerst voll auf Entspannung: "Noch mehr Musik hören, endlich wieder mehr Freunde sehen, ins Kino gehen, Bücher lesen, vielleicht auch wieder einmal Ski fahren", zählte er auf. "Keine Sorge, mir wird es nicht langweilig." (sda)