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USA

47 Tote durch "Schneesturm des Jahrhunderts"

47 Tote in den USA, davon allein 25 im US-Bundesstaat New York - der "Schneesturm des Jahrhunderts" hat die USA am Weihnachtswochenende schwer getroffen. US-Präsident Joe Biden sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul am Montag Bundeshilfen zu.
Bild: KEYSTONE/AP/Craig Ruttle

"Mein Herz ist bei denen, die einen Angehörigen verloren haben", erklärte er.

Auch wenn die Intensität des Sturmes nachlasse, bleibe es "gefährlich, draussen zu sein", sagte Hochul bei einem Besuch in der besonders betroffenen Stadt Buffalo. Es sei mit weiteren 30 Zentimetern Neuschnee zu rechnen.

Der eigentlich an Kälte und Stürme gewöhnte Westen des Bundesstaates New York verschwand während des Weihnachtswochenendes unter meterhohem Schnee. Seit der vergangenen Woche herrschen dort polare Temperaturen. Der US-Wetterdienst ging für Montag weiter von starkem Frost aus, erst am Dienstag sollte gemässigteres Wetter einsetzen.

Autos unter Schneebergen

Die Strassen von Buffalo waren am Montag grösstenteils noch von beeindruckenden Schneemassen blockiert. Auf Bildern aus dem Stadtzentrum waren quer auf den Strassen stehende Autos unter Schneebergen zu sehen.

Die Zahl der Toten im Landkreis Erie County sei auf 25 gestiegen und er befürchte noch mehr Tote als bei dem bislang schwersten Wintersturm in Buffalo im Jahr 1977, als fast 30 Menschen starben, erklärte Behördenvertreter Mark Poloncarz. "Bitte fahrt nicht, ausser wenn ihr zu den Rettungsdiensten gehört", appellierte er. "Die Bedingungen sind schlecht." Im Westen des Landkreises gelte weiterhin ein Fahrverbot.

"Wir bringen die Leute heute zu Ärzten, Krankenschwestern und Krankenhäusern", sagte der örtliche Sheriff, John Garcia, dem Sender CNN. Der Wintersturm sei der "Schlimmste", den er je gesehen habe. Phasenweise habe Null Sicht geherrscht und die Behörden hätten nicht auf Notrufe reagieren können. Allmählich seien die Strassen wieder befahrbar, nachdem der Wind nachgelassen habe.

Zeitweise von Aussenwelt abgeschnitten

Buffalo war über Weihnachten zeitweilig von der Aussenwelt abgeschnitten, Rettungsdienste konnten besonders stark betroffene Bezirke nicht erreichen. Haustüren verschwanden hinter bis zu drei Meter hohen Schneeverwehungen, durch Stromausfälle bei eisigen Temperaturen wurde die Situation lebensbedrohlich.

Hochul entsandte rund 200 Mitglieder der Nationalgarde nach Buffalo und Umgebung, die hunderte Menschen aus eingeschneiten Autos und Häusern ohne Strom in Sicherheit brachten. Nach Angaben der Behörden waren aber weiterhin Menschen von der Aussenwelt abgeschnitten.

In Erie County seien mehrere Menschen in ihren Autos erfroren, andere wurden auf der Strasse in Schneewehen entdeckt, wieder andere erlitten beim Schneeräumen einen Herzinfarkt, sagte Poloncarz. Er sprach vom "wahrscheinlich schlimmsten Sturm in unserem Leben und in der Geschichte der Stadt".

Internationaler Flughafen bis Dienstag zu

Der internationale Flughafen von Buffalo sollte bis Dienstag geschlossen bleiben. Aufgrund eingefrorener Umspannwerke kann ein Teil der Bewohner erst am Dienstag wieder mit Strom rechnen.

Die extremen Wetterbedingungen führten dazu, dass die Temperaturen am Wochenende in insgesamt 48 Bundesstaaten unter den Gefrierpunkt sanken.

Durch grossflächige Stromausfälle, unpassierbar gewordene Strassen und gestrichene Flüge wurden die Reisepläne von Millionen US-Bürgern über Weihnachten durchkreuzt. An zahlreichen Flughäfen herrschte Chaos. Laut der Website Flightaware.com wurden in den vergangenen Tagen mehr als 15'000 US-Flüge gestrichen, am Montag fielen erneut mindestens 2600 US-Flüge aus.

Insgesamt starben in neun Bundesstaaten 47 Menschen, neun von ihnen bei Verkehrsunfällen in Ohio, wie die Behörden des Bundesstaates mitteilten. (sda/afp)

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