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Südkorea

146 Tote bei Halloween-Feiern in Seoul

Bei Halloween-Feiern in Seoul sind in der Nacht zum Sonntag mindestens 146 Menschen umgekommen und 150 weitere verletzt worden. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Behördenangaben. Die Zahl der Todesopfer könnte den Angaben zufolge noch weiter steigen. Betroffen waren demnach überwiegend junge Menschen. Die Leichname wurden in den Morgenstunden in eine Sporthalle transportiert, wo sie von Angehörigen identifiziert werden sollten.
Bild: Keystone/AP/Lee Jin-Man

Die Tragödie trug sich in dichtem Gedränge im Ausgehviertel Itaewon zu, nachdem laut Berichten Menschenmassen in eine enge Seitenstrasse geströmt waren. Die genauen Umstände der Tragödie waren zunächst unklar. Laut Yonhap kam es Gerüchten zufolge zu einer Massenpanik.

Augenzeugenberichten zufolge waren die Gassen rund um das Unglücksareal derart voll, dass sich die Hilfskräfte nur schwer ihren Weg durch die Menschenmassen bahnen konnten. Online-Videos, die in sozialen Medien kursierten, zeigten Dutzende Personen, die am Strassenrand liegend mit blauen Plastikplanen bedeckt waren. Insgesamt versuchten die Einsatzkräfte laut Yonhap mehr als 50 Menschen wiederzubeleben. Demnach waren insgesamt 142 Rettungsfahrzeuge im Einsatz.

Das alljährliche Halloween-Fest ist eine der grössten öffentlichen Feiern in Seoul. Dieses Jahr fand die Veranstaltung statt, nachdem die Corona-Massnahmen weitgehend gelockert wurden. Laut Medienberichten zogen mehr als 100 000 Menschen ins Itaewon-Viertel, die meisten von ihnen in Halloween-Kostümen verkleidet. "In Itaewon ist es jedes Jahr extrem voll, aber dieses Jahr war es einfach nur verrückt", schrieb eine Frau auf ihrem Instagram-Account.

Präsident Yoon Suk-yeol leitete in der Nacht zu Sonntag eine Notfallsitzung. Zuvor ordnete er an, weiteres Notfallpersonal in das Areal zu entsenden und Krankenhausbetten vorzubereiten. Seouls Bürgermeister Oh Se-hoon, der derzeit auf Besuch in Europa ist, soll laut Yonhap sämtliche geplante Termine abgesagt und seine sofortige Rückkehr angekündigt haben. Die genauen Ursachen der Tragödie waren zunächst noch unklar. (sda/dpa)