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Kommentar

Nikki Haley eilt von Niederlage zu Niederlage – doch sie kämpft bereits jetzt für die Zeit nach Trump

Die einzig verbliebene republikanische Herausforderin von Ex-Präsident Donald Trump gibt nicht einmal nach der deutlichen Niederlage in ihrem Heimatstaat South Carolina auf.
Nach der vierten deutlichen Niederlage in der vierten Vorwahl macht Nikki Haley unbeirrt weiter. Am «Super Tuesday» vom 5. März folgt für sie der wichtigste Stimmungstest überhaupt.
Bild: Bild: Erik S. Lesser/EPA

Nikki Haley hat keine Chance, am republikanischen Parteikonvent Mitte Juli zur Präsidentschaftskandidatin gekürt zu werden. Doch diese Chance will sie nutzen. Das ist weit weniger widersinnig, als es auf den ersten Blick erscheint.

Denn trotz ihrer vierten deutlichen Niederlage in der vierten Vorwahl hat sie weiterhin genügend Geldgeber. Diese sind von der Richtigkeit ihrer Parole überzeugt: Mag Donald Trump noch so viele parteiinterne Vorwahlen gewinnen, am Ende wird er gegen Joe Biden ein zweites Mal verlieren. Wer dies verhindern will, braucht bei den Republikanern eine Alternative, braucht die ehemalige UNO-Botschafterin.

Seit dem unrühmlichen Ende von Trumps erster Amtszeit hat der egomanische Selbstdarsteller nichts dafür getan, breitere Wählerschichten ausserhalb seiner erzkonservativen «Make America Great Again»-Fanbasis für sich zu gewinnen. G emäss einer aktuellen Umfrage lehnen zwei Drittel der gesamten Wählerschaft in den Vorortgebieten Trump ab.

Das sind die Regionen, in denen sich Nikki Haley festsetzen möchte. Natürlich will sie auch für den Fall bereitstehen, sollte Trump über einen seiner zahlreichen juristischen Händel stolpern. Hauptsächlich aber hat sie die Nach-Trump-Ära im Blick, für die sie sich jetzt schon als knallharte, unerschrockene, «wahre» Republikanerin in Position bringt. Mit ihren erst 52 Jahren hat Nikki Haley mehr als genug Zeit, nach 2024 erste US-Präsidentin der Geschichte zu werden.