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Schweiz (Nachrichten)

«Mad Pride»: Psychische Krankheiten sollen entstigmatisiert werden

«Bring deinen Vogel mit»: Unter diesem Motto trafen sich am Samstag zahlreiche Personen in Bern zum ersten nationalen «Mad Pride» in Bern. Die Organisatoren wollen damit psychische Krankheiten in der Gesellschaft entstigmatisieren.
2019 fand in Genf bereits einmal ein «Mad Pride» in der Schweiz statt. (Archivbild) (Keystone)

Nach zwei Jahren Coronapause war es am Samstag soweit: Nach dem ersten Schweizer «Mad Pride» 2019 in Genf fand nun erstmals ein nationaler «Mad Pride» statt. Unter dem Motto «Bring deinen Vogel mit» marschierten zahlreiche Personen durch die Berner Altstadt und feierten schliesslich gemeinsam auf dem Bundesplatz. Gemäss verschiedenen Medienberichten waren es mehrere hundert Teilnehmende.

Der Anlass wurde von über 25 nationalen und regionalen Organisationen von Betroffenen, Angehörigen und Fachverbänden getragen, wie die Organisatoren mitteilten. Zu den Hauptfinanzierungspartnern gehören etwa die Stiftung Pro Mente Sana, Pro Infirmis oder das Eidgenössische Büro für Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Die Idee stammt laut den Organisatoren ursprünglich aus Kanada und soll sich in den nächsten Jahren auch in der Schweiz etablieren. 1993 in Toronto gegründet, lehne sich der «Mad Pride» an den Geist der «Gay Pride» an und sei eine Reaktion auf Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Psychische Erkrankungen können alle treffen

Denn obwohl psychische Erkrankungen zu den häufigsten Krankheiten in der Schweiz gehören, seien sie noch immer stark mit Vorurteilen und Stigmata behaftet, schreibt das Organisationskomitee. Daher werde oft nicht offen darüber gesprochen und die Krankheit verschwiegen – wodurch Betroffene noch mehr leiden.

Der Anlass will daher die Gesellschaft darauf aufmerksam machen, «dass psychische Erkrankungen alle irgendwann im Leben treffen können» – als Angehörige oder als Selbstbetroffener. Für sie ist daher klar: «Psychische Gesundheit geht uns alle an.» (abi)