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Luftverschmutzung

Luftqualität wird besser – aber Ozonwerte bleiben zu hoch

Die Grenzwerte für Ozon wurden im vergangenen Jahr schweizweit überschritten. Auf der Alpensüdseite gilt das auch für den Feinstaub – auch wegen des Saharastaubs.

Die Luftqualität in der Schweiz hat sich in den vergangenen 30 Jahren deutlich verbessert. «Die Mehrzahl der Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt werden heute eingehalten», bilanziert Martin Schiess vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) im am Donnerstag veröffentlichten Bericht über die Luftqualität im Jahr 2021. Trotzdem sei das gesetzlich verankerte Ziel einer sauberen Luft noch nicht erreicht.

So zeigen die Messresultate des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (Nabel), dass die Grenzwerte für Ozon im vergangenen Jahr an allen 16 Nabel-Stationen überschritten wurden – teilweise erheblich. Die höchsten Belastungen gab es im Tessin.

Saharastaub schlägt auf die Lungen

Auf der Alpensüdseite wurden gemäss Bafu auch die Grenzwerte für Feinstaub teilweise überschritten. Insgesamt bewegte sich der Tagesmittelgrenzwert für PM10-Feinstaub an acht Nabel-Standorten im roten Bereich. Dazu hätten häufige Saharastaubereignisse beigetragen.

Die übrigen Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung für weitere Schadstoffe wurden dagegen an allen Standorten eingehalten, wie es weiter heisst. Die gemessenen Werte von Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Schwermetallen lagen «deutlich» unter den Immissionsgrenzwerten.

Feuerwerk an Silvester erhöht Feinstaubbelastung

Das Bafu zeigt im Bericht auch auf, wie kurzfristige lokale Emissionen oder meteorologische Situationen die Messungen stark beeinflussen können. So gab es etwa zum Jahreswechsel 2021/2022 vor allem in der Region Zürich stark erhöhte Feinstaubwerte. Der Grund: In dieser Gegend wurden offenbar besonders viele Raketen, Vulkane und andere Feuerwerkskörper gezündet.

Dadurch stieg an einigen Messstation die Feinstaubkonzentration auf über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – ein Wert, der jährlich höchstens an drei Tagen überschritten werden darf. An Silvester 2020/2021 wurden dagegen keine Werte über 50 Mikrogramm registriert. Laut Bafu beeinflussen die «Feuerwerkstage» in der Schweiz die Feinstaubbelastung im Jahresmittel um 1 bis 2 Prozent bezogen auf den Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. (abi)