notifications
Teuerung

Lohnverhandlungen im Baugewerbe: Gewerkschaften lassen Baumeister auflaufen

Baumeisterverband und Gewerkschaften sind sich auch in der achten Verhandlungsrunde nicht einig geworden. Ein Vorschlag der Baumeister für eine Lohnerhöhung um 150 Franken wurde abgelehnt. 

Sollte es keinen Vertrag geben, drohen die Gewerkschaften mit Protesten und Streiks. (Archiv)
Bild: Keystone

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) bot den Gewerkschaften bei der achten Verhandlungsrunde für eine Erneuerung des Landesmantelvertrag im Bauhauptgewerbe am Dienstag eine generelle Lohnerhöhung von 150 Franken pro Monat vor. Der Mindestlohn sollte um 60 Franken angehoben werden. Dieser Vorschlag wurde von den Gewerkschaften abgelehnt, wie beide Seiten berichten.

Mit einer Mindestlohnerhöhung um 60 Franken würde nicht einmal die Hälfte der Teuerung ausgeglichen, heisst es dazu in einer Mitteilung der Gewerkschaften Unia und Syna: «Beim Lohn ist der Ausgleich der Teuerung das Mindeste.» Die Gewerkschaften fordern bei den Effektivlöhnen neben der Teuerung eine zusätzliche Reallohnerhöhung und damit insgesamt 190 Franken mehr pro Monat.

Nun droht ein vertragloser Zustand

Die vom Baumeisterverband vorgeschlagenen 150 Franken kämen wegen der Teuerung einer Reallohnsenkung um 30 Franken gleich, argumentieren die Gewerkschaften. Der Baumeisterverband macht dagegen gelten, dass gerade kleine Löhne damit aufgebessert würden. «Die Lohnsteigerungen entsprechen bei den tieferen Einkommen Erhöhungen von 3,3 Prozent, was deutlich über der prognostizierten Teuerung liegt», schreiben sie.

Werden sich Baumeister und Gewerkschaften nicht einig, herrscht im Bauhauptgewerbe ab dem 1. Januar der vertragslose Zustand. Ab diesem Zeitpunkt sei «mit weiteren Mobilisierungen und Streikaktionen» zu rechnen, schreiben die Gewerkschaften.

Sie wollen die Verhandlungen wie ursprünglich vorgesehen bis Ende November abschliessen. Auch die Baumeister wollen weiter verhandeln. «Der SBV ist zuversichtlich, dass an der neunten Verhandlungsrunde ein Abschluss erzielt werden kann», heisst es in dessen Mitteilung. (wap)