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International

Klimagipfel: Ein Streit weniger

Auf der Weltklimakonferenz haben Verhandler einen der grössten Streitpunkte ausgeräumt. Eine Einigung auf einen Finanztopf für Klimaschäden in ärmeren Staaten scheint damit möglich, wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstagabend im ägyptischen Scharm el Scheich aus EU-Kreisen erfuhr.
Bild: Keystone/dpa/Christophe Gateau

Nabeel Munir, Pakistans Botschafter in Südkorea und Verhandlungsführer der G77-Gruppe aus mehr als 130 Entwicklungsländern, sprach ebenfalls von weitgehender Einigung. "Ich denke, der aktuelle Entwurf zu den Schäden und Verlusten ist mehr oder weniger endgültig", sagte er der dpa. "Er dürfte in der Plenarsitzung verabschiedet werden." Es sei ein "guter Kompromiss", auch wenn nicht die Wünsche aller Länder erfüllt worden seien.

Zuvor hatten sich die Verhandlungen darüber verhakt, ob ein extra Finanztopf für Klimaschäden in besonders gefährdeten Staaten eingerichtet werden soll, wer in diesen Fonds einzahlen muss und an welche Bedingungen er beim Klimaschutz geknüpft ist. Am Nachmittag ermöglichte europäischen Verhandlern zufolge ein Treffen mit der ägyptischen Präsidentschaft und etlichen weiteren Ländern, darunter auch besonders bedrohte Inselstaaten, die Einigung.

Allerdings warnte ein europäischer Verhandler, dass nichts beschlossen sei, bis am Ende alle Agendapunkte beschlossen würden. Bei der Eindämmung des Klimawandels will die EU noch ehrgeizigere Formulierungen ins Abschlussdokument verhandeln als bisher.

Ein Fortschritt bei der Frage um die Finanzierung von Klimaschäden gilt Experten als Hoffnungsschimmer des Treffens. Die Einigung könnte den Weg für Fortschritte bei anderen strittigen Agendapunkten ebnen. Fast 24 Stunden nach dem offiziell geplanten Ende der Klimakonferenz rangen die Verhandler von rund 200 Staaten am Samstagabend noch immer um eine gemeinsame Erklärung. (sda/dpa)