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Irland

Irischer Blauhelmsoldat im Libanon getötet

Beim Beschuss eines Konvois der UN-Friedensmission Unifil im Süden des Libanon ist ein irischer Blauhelmsoldat getötet worden.
Bild: Keystone/AP/Mohammad Zaatari

Der Konvoi aus zwei gepanzerten Fahrzeugen war nach Angaben der irischen Streitkräfte am Mittwochabend nahe der Hafenstadt Sidon in Richtung Beirut unterwegs. Dort seien die acht Insassen unter Beschuss geraten, twitterten die irischen Streitkräfte am Donnerstag. Laut Unifil wurden drei weitere Blauhelmsoldaten verletzt. Die UN-Mission kündigte eine Untersuchung an sowie Absprachen mit den libanesischen Streitkräften.

Die Blauhelme der Unifil überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Die beiden Länder befinden sich offiziell im Kriegszustand. An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen. Vor allem die eng mit dem Iran verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, die grosse Teile des Südlibanon kontrolliert, sieht in Israel einen Erzfeind.

Der Konvoi war laut Unifil "knapp ausserhalb" des üblichen Einsatzbereichs der Mission unterwegs. Dorfbewohner hätten ihn dort abgefangen, woraufhin es zum Zusammenstoss gekommen sei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus libanesischen Sicherheitskreisen am Donnerstag. In der Gegend leben Unterstützer der Hisbollah sowie Sicherheitsleute der Miliz, die in Zivilkleidung unterwegs sind.

"Wir sind alle zutiefst schockiert und sehr traurig darüber, dass im Libanon einer unserer Friedenssoldaten ums Leben gekommen ist", sagte der irische Premierminister Micheal Martin beim EU-Gipfel in Brüssel. Er kündigte Ermittlungen von irischer und libanesischer Seite an.

Unifil soll im Rahmen seiner Mission auch die Küste des Libanon überwachen und Waffenschmuggel unterbinden. Nach Einschätzung Israels hat die Hisbollah im Südlibanon zahlreiche Waffenlager mit Munition, Raketen und Sprengstoff.

Gegenwärtig sind knapp über 10 000 UN-Soldaten aus mehr als 40 Ländern an dem Einsatz beteiligt, darunter auch Deutschland mit bis zu 300 Soldatinnen und Soldaten. Seit 1978 zählte Unifil mehr als 300 Todesfälle im Rahmen der Mission. (sda/dpa)

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