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Nach vier Monaten

Hollywood-Streik: Schauspieler und Studios einigen sich vorläufig

Fast vier Monate lang streikten die Schauspielerinnen und Schauspieler in Hollywood. Sie verlangten mehr Geld und die Regelung des Einsatzes von KI in der Branche. Nun haben sie mit den Filmstudios ein «vorläufiges Abkommen» erreicht.
Streikende Filmschaffende in Los Angeles.
Bild: Bild: Etienne Laurent / EPA

Schauspieler und Filmstudios in Hollywood haben ein «vorläufiges Abkommen» erzielt, um den seit knapp vier Monaten dauernden Streik zu beenden. Vertreter der Schauspieler und der Filmstudios hätten die Vereinbarung am Mittwoch (Ortszeit) «in einer einstimmigen Abstimmung» beschlossen, gab die Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA übereinstimmenden Medienberichten zufolge bekannt.

Durch die vorläufige Vereinbarung könne der 118 Tage andauernde Streik um Mitternacht (Ortszeit, 09.00 MEZ) beendet werden, hiess es weiter. Die Vereinbarung muss noch von den Gewerkschaftsmitgliedern ratifiziert werden, bevor sie in Kraft treten kann. Einzelheiten waren noch nicht bekannt.

Die rund 160 000 Schauspieler und Schauspielerinnen in den USA hatten seit dem 14. Juli gestreikt. Die Darstellerinnen und Darsteller forderten unter anderem bessere Vergütung und die Regelung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Branche. Auch die Drehbuchautoren hatten seit Anfang Mai gestreikt, aber Anfang Oktober eine Einigung mit den Studios gefunden. Es war das erste Mal seit mehr als 60 Jahren, dass Autoren und Schauspieler gleichzeitig gestreikt hatten.

Wenn die Gewerkschaftsmitglieder der Vereinbarung zustimmen, soll der gesamte Vertrag am Freitag veröffentlicht werden. Wenn die Schauspieler dann an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, würde damit eine der längsten und grössten Arbeitsniederlegungen in der Geschichte Hollywoods beendet.

Zahlreiche Blockbuster verschoben

Der Streik hatte die Produktion in der gesamten Branche fast vier Monate lang lahmgelegt und existenzielle Fragen über die Zukunft der Unterhaltungsbranche aufgeworfen. Zahlreiche Fernseh- und Filmproduktionen wurden unterbrochen oder abgesagt. Obwohl viele Reality-Shows und einige unabhängige Projekte weiter produziert werden konnten, waren die grossen Studios gezwungen, zahlreiche Blockbuster zu verschieben, darunter «Spider-Man: Beyond the Spider-Verse», «Ghostbusters: Afterlife», «Dune: Part Two» und «Gladiator 2» sowie Serienhits wie «Euphoria» und «Stranger Things».

Die Gewerkschaften verlangten insbesondere eine bessere Vergütung, wenn Filme oder Serien auf Plattformen wie Netflix, Apple und Amazon gestreamt werden. Ein weiteres zentrales Thema war der Einsatz von KI. Autoren waren besorgt, dass Studios sie durch die Technologie ersetzen könnten. Schauspieler befürchteten, dass ihr Abbild ohne Entschädigung oder Zustimmung digitalisiert und simuliert würde.

Autoren nahmen neuen Tarifvertrag mit 99 Prozent an

Anfang Oktober hatten die Autoren in Hollywood unter ihren fast fünf Monate andauernden Streik einen Schlussstrich gezogen. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 99 Prozent nahmen die Drehbuchschreiberinnen und Drehbuchschreiber den neuen Tarifvertrag mit den grossen Filmstudios an. Dieser enthält auch Lohnerhöhungen und Regelungen für den Einsatz von KI sowie höhere Zuschüsse für die Alters- und Krankenversorgung. (dpa)