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Haiti

Drohende Proteste in Haiti

Mehrere Staaten haben die zeitweise Schliessung ihrer Botschaften in Haiti aus Sicherheitsgründen verkündet. Die Schweiz hält vorerst an ihrer Vertretung fest.
Einzelne Länder haben ihre Botschaften in Haiti aus Angst vor Ausschreitungen geschlossen. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE/EPA/Johnson Sabin

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verfolge die Situation laufend und passe die Sicherheitsmassnahmen für das Personal je nach Lage an, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag auf Anfrage.

Für Ende 2024 sei der aber der Ausstieg der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) aus der bilateralen Zusammenarbeit in Lateinamerika und der Karibik beschlossen worden. Die Schweiz wird bis dann ihre Botschaft schliessen und das Entwicklungsprogramm in ein humanitäres Programm umwandeln. Aufgrund der Verschlechterung der Sicherheitslage werde das EDA den Transformationsprozess beschleunigen, fügte der Sprecher hinzu.

Die diplomatische Vertretung der Dominikanischen Republik erklärte am Donnerstag (Ortszeit), die Botschaft sei wegen der verschlechterten Sicherheitslage bis auf Weiteres geschlossen. Auch Kanada schloss seine Botschaft ab Donnerstag. An den Vortagen hatten bereits Spanien und Mexiko ähnliche Schritte angekündigt.

Proteste in mehreren Städten

Die grössten Städte Haitis sind derzeit durch Proteste gegen das Ende der staatlichen Subventionen auf Treibstoff lahmgelegt. Zahlreiche Strassen sind blockiert, der öffentliche Nahverkehr eingestellt, viele Geschäfte und Unternehmen aus Angst vor Plünderungen geschlossen.

Die Regierung hatte am Sonntag ein Ende der Treibstoffsubventionen verkündet. Der Preis für Diesel und Kerosin dürfte sich damit nahezu verdoppeln. Der Schritt löste in dem verarmten Land wütende Proteste aus.

Der von Armut, politischen Krisen, Gewalt und Naturkatastrophen heimgesuchte Karibikstaat kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 sowie ein schweres Erdbeben im folgenden Monat mit 2200 Toten haben die Probleme des Landes weiter verschärft. (sda/afp)