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Schweiz [News Service]

Diskriminierungen nehmen vor allem im Bildungsbereich zu

Das Beratungsnetz für Rassismusopfer erhielt im vergangenen Jahr 630 Meldungen zu rassistischer Diskriminierung. Die häufigsten Motive waren Ausländerfeindlichkeit und Rassismus aufgrund der Hautfarbe.
Ob in der Schule oder in der Kita, im Bildungsbereich nahmen die Diskriminierungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. (Symbolbild) (Keystone)

Neuer Spitzenwert: Das Beratungsnetz für Rassismusopfer verzeichnete im vergangenen Jahr 630 Beratungsfälle zu rassistischer Diskriminierung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 58 Fällen, wie aus dem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und der Organisation Humanrights.ch hervorgeht. Die häufigsten Diskriminierungen waren Benachteiligungen oder Beschimpfungen.

Dieser Anstieg an Beratungsfällen bedeute nicht zwingend, dass der Rassismus in der Gesellschaft im selben Masse zugenommen habe, heisst es im Bericht. Als mögliche Gründe für den Anstieg genannt werden ein «verstärktes Bewusstsein für Rassismus» und eine «erhöhte Bereitschaft» der Betroffenen, sich bei einer Beratungsstelle zu melden.

Die meisten der gemeldeten Fälle ereigneten sich am Arbeitsplatz (106 Fälle) und im Bildungsbereich (94 Fälle), wie die EKR mitteilte. Im Vergleich zu 2020 nahmen die Diskriminierungen im Bildungsbereich «deutlich» zu. In den meisten Meldungen ging es dabei um Rassismus gegen Schwarze Personen.

Menschen aus dem asiatischen Raum vermehrt beschimpft

Die häufigsten Diskriminierungsmotive waren mit 218 Fällen Ausländer- beziehungsweise Fremdenfeindlichkeit. Dahinter folgt Anti-Schwarzer-Rassismus mit 207 Fällen. Ebenfalls häufig seien Beratungsfälle im Bereich Muslimfeindlichkeit sowie im Bereich Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum gewesen. Auch Meldungen bezüglich Antisemitismus hätten leicht zugenommen.

Als «auffallend» bezeichnet die EKR die vermehrt auftretende Feindlichkeit gegenüber Menschen aus dem asiatischen Raum. Dabei ging es vor allem um Beschimpfungen und andere herabsetzende Äusserungen oder Illustrationen, wie es weiter heisst.

Ausserdem haben die Beratungsstellen in jedem dritten Beratungsfall eine Mehrfachdiskriminierung festgestellt – wegen des Rechtsstatus, des Geschlechts und/oder der sozialen Stellung. (abi)