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Gesellschaft

Deutsch büffeln: Zürcher Stadtpräsidentin nimmt Expats in die Pflicht

Wer sich in Zürich niederlässt, soll die deutsche Sprache beherrschen. Das fordert Stadtpräsidentin Corine Mauch. Mit Blick auf den stetigen Zuzug von Expats ortet sie eine Verdrängungsgefahr. Ein Monitoring soll nun garantieren, dass Zürich eine Stadt für alle bleibt.

Jede Veränderung sorge für Irritationen, sagt Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch.
Bild: Keystone

Mehr als jede zehnte Person, die in Zürich lebt, gibt Englisch als ihre Hauptsprache an. Der Zustrom gut ausgebildeter Ausländerinnen und Ausländer ist ein Zeichen für die Attraktivität Zürichs, führt aber auch zu Problemen. Für Stadtpräsidentin Corine Mauch ist klar: Sprache ist eines der wichtigsten Merkmale von Integration. «Ich erwarte von Menschen, die in Zürich bleiben, dass sie unsere Sprache lernen», sagte Corine Mauch in einem am Montag publizierten Interview im «Tages-Anzeiger» . Das gelte nicht nur für Exparts, sondern für alle fremdsprachigen Menschen.

Mauch zeigt Verständnis, dass solche Veränderungen bei der Bevölkerung für Irritationen sorgen. «Vor 10 bis 15 Jahren störten sich viele Zürcherinnen und Zürcher am Hochdeutschen, das plötzlich stark präsent war.» Heute hätten sich die meisten Menschen daran gewöhnt. Auch mit dem Englischen werde es ähnlich laufen.

Monitoring soll Verdrängungseffekte offen legen

Die Zürcher Stadtpräsidentin betont, dass Zürich von hoch qualifizierten Zuwanderern profitiere. «Aber ja, es gibt die Gefahr der Verdrängung.» Darum habe die Stadt ein Monitoring eingereicht. Dadurch lässt sich laut Mauch erkennen, «wo Menschen unter Druck geraten, die bildungsmässig und finanziell über wenig Ressourcen verfügen».

Aus Sicht der Stadtregierung ist klar: «Wir wollen, dass Zürich eine Stadt für alle bleibt.» Um das zu erreichen, sei eine aktive Wohnpolitik das Wichtigste, so Mauch. Die Stadt müsse möglichst viele Wohnungen kaufen und sich für bezahlbare Mieten einsetzen. (rwa)