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Visapolitik

Auch Schweiz erschwert Russinnen und Russen die Einreise

Der Bundesrat zieht nach: Nach der EU wird es auch in der Schweiz keine Visa-Erleichterungen für russische Staatsbürger mehr geben. Der Schritt war erwartet worden.

Russinnen und Russen können nicht mehr von einer erleichterten Einreise profitieren. Was in der Europäischen Union (EU) bereits seit letztem Montag gilt, wird nun auch in der Schweiz Tatsache. Der Bundesrat hat am Freitag entschieden, das Visumerleichterungsabkommen mit Russland vollständig zu suspendieren. Er folgt damit dem Entscheid der EU.

Es liege im Interesse der Schweiz, eine gemeinsame und harmonisierte europäische Visapolitik mitzutragen, begründet der Bundesrat seinen Entscheid. «Andernfalls könnten Ausweichbewegungen zu einem erheblichen Anstieg der Visumanträge von russischen Staatsangehörigen bei den Schweizer Vertretungen führen», heisst es in der Mitteilung des Staatssekretariats für Migration (SEM).

Kein Visastopp

Der Entscheid bedeutet jedoch keinen allgemeinen Visastopp für Russinnen und Russen. In Zukunft kommt lediglich wieder das ordentliche Visaverfahren zur Anwendung. 2009 hatten sich die Schweiz und Russland auf entsprechende Visaerleichterungen verständigt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Schweiz seit der russischen Invasion der Ukraine ihre Visapolitik ändert. Bereits im Frühling hatte sie ebenfalls im Einklang mit der EU die Visaerleichterungen für gewisse Personengruppen wie russische Geschäftsleute und die Visabefreiung für russische Diplomatinnen und Diplomaten aufgehoben. (rwa)