Schweiz verklagt Nigeria vor dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Der Schweizer Hochseetanker «San Padre Pio» wird seit 2018 von Nigeria festgehalten. Nachdem alle Verhandlungen gescheitert sind, geht die Schweiz nun vor Gericht.

31. Juli 2020, 09:32

(rwa) Der Schweiz ist der Geduldsfaden gerissen: «Nachdem endlose Verhandlungen nichts fruchteten, bleibt nur der Gang vor den Richter,» schreibt der Schweizer Botschafter in Deutschland, Paul Seger, in seinem jüngsten Newsletter. Die Schweiz verklagt Nigeria vor dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg. Anfang Juli hatte Botschafter Seger die 946-seitige Klageschrift der Schweiz deponiert. Publik gemacht hatte das am Freitag «Blick.ch.»

Die Schweiz fordert die sofortige Aufhebung der Blockade, Schadenersatz und eine klare Verurteilung des Rechtsbruchs durch den Gerichtshof. Streitbar sei die Schweiz eigentlich nicht, betont Seger. «Doch Nigeria hält seit Anfang 2018 unter flagranter Verletzung internationaler Regeln völlig willkürlich den Schweizer Hochseetanker «M/T San Padre Pio» vor der nigerianischen Küste fest.»

Seit dem 23. Januar 2018 hält Nigeria den Tanker fest, der unter Schweizer Flagge fährt: die «San Padre Pio», die der Westschweizer Reederei ABC Maritime gehört. Auch vier ukrainische Besatzungsmitglieder wurden während fast zwei Jahren in Nigeria festgehalten. Der Vorwurf der Behörden des westafrikanischen Staats lautet unter anderem auf illegalen Erdölhandel und Fälschung von Papieren.

Trotz dem Gang vor Gericht ist ein schnelles Ende des Streits nicht absehbar. Wie Seger im Newsletter darauf hinweist, mahlen die Mühlen der internationalen Justiz langsam. Das Hauptverfahren findet voraussichtlich nicht vor nächstem April statt.


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