Pandemie belastet Kinder von suchtkranken Eltern noch mehr

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Wegen der Coronapandemie leiden Kinder mit süchtigen Eltern zusätzlich. Die Stiftung Sucht Schweiz will mit einer Aktionswoche die Öffentlichkeit für das Problem sensibilisieren.

02. März 2021, 11:51

(dpo) In Pandemiezeiten sind nicht nur Kinder zum Teil öfters zu Hause, sondern auch deren Eltern. Das ist vor allem für suchtbelastete Familien ein Problem. Gemäss Sucht Schweiz wachsen hierzulande etwa 100'000 Kinder in einem Elternhaus auf, das von Alkohol oder anderen Substanzen schwer belastet ist, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Das Klima in solchen Familien sei oft konfliktbeladen und unberechenbar. Oft entlade sich die durch Corona zusätzlich angespannte Situation durch Gewalt. So registrierte das Kinderspital Zürich 2020 eine Zunahme der Kindsmisshandlungen von insgesamt 10 Prozent, schreibt Sucht Schweiz.

Kinder sind später ebenfalls suchtgefährdet

Kinder mit suchtkranken Eltern seien täglich mit Angst, Scham, Schuldgefühlen, aber auch Isolation konfrontiert. Zudem bestehe für sie ein sechsmal höheres Risiko, später ebenfalls eine Sucht zu entwickeln. Die Stiftung Sucht Schweiz startet nun eine Aktionswoche vom 8. bis 14. März, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Der Satiriker und Komiker Renato Kaiser ist dabei Botschafter der Kampagne für die Deutschschweiz.

Für die Aktionswoche sind regional 28 verschiedene Aktivitäten geplant. Zudem finden sich auf der Website von Sucht Schweiz zusätzliche Informationen und Handlungsansätze zum Thema.


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