Nationalrat will Bundesgelder für die Erforschung von Long Covid

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Der Bundesrat soll Mittel zur Verfügung stellen, um Long-Covid-Fälle systematisch zu erforschen und zu begleiten. Das fordert der Nationalrat.

16. Juni 2021, 18:38

Die Problematik von Long-Covid-Erkrankungen wurde mit dem Verlauf der Pandemie immer sichtbarer. Betroffene leiden Wochen oder gar Monate nach der Coronainfektion noch an Symptomen wie Müdigkeit, trockenem Husten, Kurzatmigkeit oder Kopfschmerzen. Vieles, was Long Covid betrifft, ist aber noch nicht bekannt. Der Nationalrat will hier nun Abhilfe schaffen. «Wir wollen die Leute, die diese Krankheit schon seit mehreren Monaten mit sich herumtragen, nicht alleine lassen», erklärte Jörg Mäder (GLP/ZH) für die zuständige Gesundheitskommission.

Der Rat will den Bundesrat mittels Motion beauftragen, dafür zu sorgen, dass ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um Long-Covid-Fälle systematisch zu erforschen und zu begleiten. Den nur so liessen sich Erkenntnisse gewinnen, die allen Beteiligten helfen würde, argumentiert die Gesundheitskommission. Um diese Erfassung zu erleichtern, fordert die Motion die Schaffung einer Anlaufstelle für Betroffene. Diese soll den allgemeinen Wissensaustausch fördern.

Bundesrat will Finanzierung falls nötig prüfen

In einem Postulat fordert der Nationalrat den Bundesrat zudem auf, einen Bericht zu den Auswirkungen von Long Covid auf die Sozialversicherungen und auf das Armutsrisiko zu verfassen. Die Regierung begrüsst die Anliegen der beiden Vorstösse und empfiehlt sie zur Annahme. In seiner Stellungnahme weist er zwar darauf hin, dass zurzeit bereits nationale und internationale Studien zum Thema laufen würden. Falls notwendig, werde er aber «eine Intensivierung der Forschung durch eine entsprechende Finanzierung» überprüfen.

Die Schaffung von entsprechenden Versorgungsstrukturen liege derweil in der Kompetenz der Kantone. Der Bundesrat weist darauf hin, dass in manchen Kantonen bereits entsprechende Strukturen wie Anlaufstellen geschaffen wurden. Die Vorlage geht nun als nächstes in den Ständerat. (agl)


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