Nach heiklen Fällen in Armee: VBS macht Sponsoring transparenter

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Lässt sich das Verteidigungsdepartement (VBS) mit mehr als 5000 Franken sponsern, muss es das künftig offen legen. Im Visier hat Bundesrätin Viola Amherd dabei vor allem die Armee.

14. Januar 2021, 12:11

(rwa) Das VBS erfülle einen öffentlichen Auftrag. Es dürfe sein Handeln deshalb nicht von Zuwendungen Dritter abhängig machen und müsse seine Entscheidungen frei vom Einfluss von Dritten fällen können, begründet die Behörde ihren am Donnerstag veröffentlichten Entscheid. Die neue Leitlinie gilt rückwirkend auf Anfang Jahr.

Bei der Annahme von Leistungen im Zusammenhang mit Sponsoring sei grosse Zurückhaltung zu üben, heisst es in einer Mitteilung. Könnten durch Sponsoring Interessenkonflikte oder Reputationsschäden für das VBS oder den Bund entstehen, so seien die Leistungen abzulehnen.

Gemäss der neuen Leitlinie legt das VBS seine Sponsoringaktivitäten in Zukunft offen. Beträge über 5000 Franken werden zusammen mit dem Namen des Sponsors jährlich auf der VBS-Webseite veröffentlicht. Leistungen darunter werden in einer zusammengefassten Form publiziert.

Prüfbericht stellte Armee schlechtes Zeugnis aus

Damit reagiert VBS-Vorsteherin Viola Amherd auf einen Prüfbericht. Dieser war im Dezember 2019 zum Schluss gekommen, dass gewisse Formen des passiven Sponsorings bei der Armee heikel seien. Als Beispiel nennt der Bericht Infobroschüren, die von externen PR-Firmen unentgeltlich hergestellt werden – auch solche Leistungen, die einen Gegenwert von 5000 Franken übersteigen, müssen künftig ausgewiesen werden.

Generell gelangen die Prüfer zur Einschätzung, dass das passive Sponsoring in der Armee in den letzten Jahren zugenommen hat. Die Armee sei für Unternehmen eine attraktive Plattform, um Imagepflege zu betreiben. Dazu zählten neben Grossanlässen wie der Flugschau Air14, Rapporte von grossen Verbänden oder die besagten Informationsbroschüren.

Der Bericht empfahl dem VBS deshalb einen klaren Rahmen, in welcher Form und mit welchen Partnern Sponsoring betrieben werden dürfe. Es sei etwa nicht angebracht, wenn Rüstungsfirmen sich finanziell an militärischen Rapporten beteiligten. Trotzdem sprachen sich die Prüfer gegen ein generelles Verbot von Sponsoring aus. In Zukunft müsse die Armee jedoch «vermehrt Vorsicht walten lassen», mahnten sie.


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