Klimawandel auch ein Risiko für Finanzmärkte

WEF 2020 ⋅ Der vom Klimawandel ausgelöste Verlust der Biodiversität führt zu einer deutlichen Zunahme finanzieller Risiken. Gemäss einer Studie könnte dies auch zu mehr Instabilität an den Finanzmärkten führen.

21. Januar 2020, 15:00

Die finanziellen Risiken, die mit dem Verlust der Biodiversität verbunden sind, bedrohen die Stabilität des Finanzsystems. Das geht aus einem am Dienstag publizierten Bericht des Beratungsunternehmens PwC Schweiz und der NGO WWF Schweiz hervor.

Ausserdem dürften die Risiken im Jahr 2020 noch weiter zunehmen, teilten die beiden Gesellschaften am Dienstag am Rande des diesjährigen Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos mit. Sie forderten daher Zentralbanken und Aufsichtsbehörden auf, sich mit diesem Thema vertieft auseinanderzusetzen.

Während der Klimawandel inzwischen von immer mehr Akteuren als finanzielles Risiko betrachtet werde, sei der damit einhergehende Verlust der biologischen Vielfalt nicht ausreichend als Umweltrisiko anerkannt, hiess es in einer zum Anlass publizierten Pressemitteilung.

Konkret führe der Klimawandel zu einer raschen Veränderung der Ökosysteme. Dies wiederum heize die Erderwärmung weiter an. Es sei gefährlich, dass die Finanzwelt dies nicht berücksichtige, weil fast sämtliche Wirtschaftszweige von der Biodiversität abhängig seien, wurde Andreas Staubli, CEO von PwC Schweiz, zitiert.

Milliarden von Dollar pro Jahr

Die doppelte Krise des Verlusts der biologischen Vielfalt und des Klimawandels müsse "schnell angegangen werden", liess sich auch Thomas Vellacott vom WWF zitieren. Eine Anstrengung sei nötig, die die Zusammenarbeit von wirtschaftlichen, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren einschliesse.

Dabei wurden auch konkrete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Zentralbanken beispielsweise könnten Stresstests für diese finanziellen Risiken im Bereich der biologischen Vielfalt durchführen, lautet ein Vorschlag. (sda)


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