Frauenquote am TV: Welsche vorbildlich, Tessiner mit Aufholbedarf

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Eine Untersuchung über das Programm der SRG zeigt: Während im Westschweizer Fernsehen jede zweite Person in Beiträgen eine Frau ist, ist es im Tessin nur jede vierte. Optimierungspotential gibt es auch bei den Information über die anderen Sprachregionen.

25. August 2020, 10:24

(mg) Wen befragen die Fernsehsender von SRF, RTS und RTI? Unter anderem dieser Frage wollte eine Studie der GöfaK Medienforschung GmbH im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) auf den Grund gehen. Es zeigten sich dabei grosse Unterschiede zwischen den Sprachregionen: «Bei RTS Un und RTS Deux liegen sie bei 64 bzw. 56 Prozent. Bei SRF 1 kommen in 45 Prozent der journalistischen Beiträge Frauen zu Wort, bei RSI LA 1 und RSI LA 2 sind es 29 Prozent bzw. 33 Prozent», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Allerdings schieben die Studienautoren nach, dass diese Werte stark von der Themen- und Nachrichtenlage abhängen und deshalb erst aufgrund weiterer Erhebungen in den Folgejahren strukturell beurteilt werden könnten.

Ebenfalls untersucht hat die Studie, wie die einzelnen Sprachregionen über die anderen Sprachregionen berichten. «Die Befunde sind hier eher bescheiden», heisst es in der Studie. «Der Blick über den sprachregionalen Tellerrand ist vorhanden», schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie, doch er werde nicht ausgeweitet. Insbesondere die Bezüge zwischen französischsprachiger Westschweiz und den italienischsprachigen Gebieten seien sehr gering ausgeprägt, bemängelt die Studie.

Die Studie sei Teil eines Forschungsprogramms, mit dem die Sendungen der Schweizer Radio- und Fernsehsender – mit Konzession und Leistungsauftrag – mit wissenschaftlichen Methoden kontinuierlich beobachtet werden. «Die Publikation der Analysen soll die öffentliche Diskussion über die Programmleistungen von Radio und Fernsehen in der Schweiz anregen», heisst es in der Mitteilung.


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