«Es fliegt uns schon um die Ohren»: BAG-Chefin Anne Lévy zum mutierten Virus

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Das mutierte Virus aus Grossbritannien mache ihr grosse Sorgen, sagt die Chefin des BAG, Anne Lévy. Es gebe eine enorme Zunahme und längst nicht mehr alle Fälle seien importiert.

09. Januar 2021, 12:59

(wap) Das mutierte Grossbritannien-Virus breite sich in der Schweiz schnell aus, sagte die Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Anne Lévy, in der Samstagsrundschau von SRF. Sie sprach von einer enormen Zunahme und sagte: «Es fliegt uns schon um die Ohren». Es gebe mittlerweile auch Fälle, die nicht importiert seien, so Lévy. Dies bedeutet: Personen haben sich in der Schweiz mit der mutierten Virusvariante angesteckt. «Es muss uns von Anfang an gelingen, das einzudämmen», sagte Lévy weiter. Allerdings stagnierten die Fallzahlen allgemein auf einem viel zu hohen Niveau.

Lévy hielt in dem Interview an dem Ziel fest, bis Ende März die gesamte Risikogruppe in der Schweiz durchzuimpfen. Bedingung dafür sei aber, dass die Kantone entsprechende Anstrengungen unternähmen und keinen «Nine-to-five»-Betrieb führten. Es müsse auch am frühen Morgen, am Abend und an den Wochenenden geimpft werden, so Lévy. Das BAG sei in Kontakt mit den Kantonen. So könne man bis im Juli die ganze Bevölkerung durchimpfen.

Dass die Schweiz derzeit nicht mehr Impfstoff zur Verfügung habe, liege an der internationalen Situation. Bereits sei eine zweite Ladung eingetroffen, 230'000 Dosen stünden bereit. Es sei dabei nie um den Preis gegangen, den die Schweiz zu zahlen bereit gewesen sei, sondern um «andere Fragen», so Lévy. Die Verhandlungen mit den Impfstoffherstellern seien jedoch geheim. Mit Ausnahme Israels hätten alle Länder mit ähnlichen Engpässen zu kämpfen. «Niemand weiss, wie Israel zu diesen vielen Dosen gekommen ist», sagte Lévy. Es brauche jetzt Geduld: «Die ganze Welt will den gleichen Impfstoff.»


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