Entlassungen bei Terre des hommes

NGO ⋅ Terre des hommes steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Wegen eines unerwartet hohen Defizits muss die Kinder-Hilfsorganisation sparen und streicht deshalb rund 60 Stellen in Lausanne.

10. Mai 2019, 17:33

In ihrer Schlussabrechnung musste Terre des hommes in diesem Jahr unerwartet ein tiefrotes Loch ausweisen. Beim Rechnungsschluss Mitte März sei ein Defizit von 14,5 Millionen Franken zu Tage getreten, bei einem Budget von 113 Milionen Franken, sagte Sprecherin Ivana Goretta auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie bestätigte damit eine Meldung von "24 heures" und "Le Temps".

Sie hätten jedoch lediglich ein Defizit von sieben Millionen budgetiert und dafür hätten die Reserven gereicht. Den Fehlbetrag von 7,5 Millionen Franken führt sie auf einen Fehler in der Berechnung der Einnahmen zurück.

Wie dieser genau passiert sei, werde die Organisation jetzt untersuchen. Sie könne jedoch garantieren, dass keine Veruntreuung vorliege und dass alle Mittel ordnungsgemäss verwendet worden seien.

Entlassung in Lausanne

Terre des homme ist das grösste Kinderhilfswerk der Schweiz. Es wurde 1960 von Edmond Kaiser gegründet und seine 2500 Mitarbeitenden sind heute in über 45 Ländern im Einsatz. Um den unterschiedlichen Anforderungen vor Ort und der Geldgeber gerecht zu werden, hatte sie ihr Personal in Lausanne in den letzten Jahren stark aufgestockt.

2016 arbeiteten 100 Personen am Hauptsitz, im letzten Jahr waren es 230, sagte Goretta. Vielleicht hätten sie diese Wende etwas zu schnell vollzogen, gibt sie zu.

Als Konsequenz muss die Organisation den Gürtel nun enger schnallen und sich von zahlreichen Mitarbeitenden trennen. Rund 60 Stellen in Lausanne seien betroffen, sagte Goretta. Es soll vor allem am Hauptsitz gespart werden, um die Hilfsempfänger verschonen zu können.

Erste Massnahmen hätten sie bereits eingeleitet: So seien die Auslandsreisen bis auf weiteres auf Eis gelegt worden, die Organisation wolle eine Teil der Räumlichkeiten verkaufen und in der Direktion würden gewissen Stellen nicht wieder besetzt. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und der Kanton Waadt seien informiert worden. (sda)


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