Cassis trifft griechischen Aussenminister

SCHWEIZ - GRIECHENLAND ⋅ Bundesrat Ignazio Cassis hat am Mittwoch den diese Woche ernannten griechischen Aussenminister Nikos Dendias sowie den griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos getroffen. Zudem besuchte er das Flüchtlingslager auf der Insel Samos.

10. Juli 2019, 15:03

Der Besuch habe ihn "tief beeindruckt", liess Cassis via Medienmitteilung verlauten. Für die Flüchtlinge sei die Situation im Lager schwierig. Auch für die griechische Gesellschaft sei die Herausforderung gross.

Die Migration nach Europa sei eine Herausforderung, die alle Länder Europas betreffe, und nicht nur die besonders exponierten Aussengrenzen der EU. Die Schweiz übernehme einen Teil der Verantwortung. Sie unterstützt Griechenland bei verschiedenen Programmen unter anderem finanziell. Zudem waren 600 Flüchtlinge aus Griechenland aufgenommen worden.

"Was ich auf Samos gesehen habe, hat meine Überzeugung bezüglich der Rolle der Schweiz gestärkt", liess sich Cassis in der Mitteilung zitieren. Es sei aber auch wichtig, dass die Ursachen der Migration bekämpft würden, damit die Menschen keinen Grund sähen, ihre Heimat zu verlassen.

Gesprächsangebot in Zypernfrage

Im Gespräch mit dem neuen griechischen Aussenminister, Nikos Dendias, bot Cassis an, in der Zypernfrage weitere Gesprächsrunden zu ermöglichen, wenn alle Parteien gewillt seien, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Für die Schweiz sei die Stabilität im Mittelmeerraum von grosser Bedeutung.

Die Insel ist seit dem Konflikt 1963 bis 1964 und der militärischen Besatzung durch die Türkei 1974 faktisch in die Republik Zypern und die türkische Republik Nordzypern getrennt. Nur die Türkei anerkennt Nordzypern als eigenen Staat.

Die Schweiz beteiligt sich mit über sechs Millionen Franken an der Uno-Friedenstruppe auf Zypern. Sie wirkte zudem 2000 bis 2004 an der Uno-Verhandlungsdelegation mit, welche nach Lösungen zur Wiedervereinigung der geteilten Insel suchte. 2004 fand auf dem Bürgenstock eine Zypern-Konferenz statt. 2016 und 2017 gab es Verhandlungsrunden in der Schweiz. (sda)


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