Bundesrat will Jugendschutz bei Filmen und Videospielen verbessern

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Ein neues Gesetz soll Jugendliche besser vor ungeeigneten Medieninhalten schützen. Dazu will der Bundesrat Alterskontrollen vereinheitlichen und auch die Videoplattform YouTube in die Pflicht nehmen.

11. September 2020, 15:45

(dpo) Der Bundesrat hat am Freitag den Entwurf für ein neues Gesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele verabschiedet. Die Landesregierung wolle damit Minderjährige vor Medieninhalten schützen, die ihre «Persönlichkeitsentwicklung negativ beeinflussen könnten», wie es in der Mitteilung heisst. Konkret geht es vor allem um Darstellungen von Gewalt, Sexualität und bedrohlichen Szenen.

Mit diesem Entwurf will der Bundesrat auf eine bestehende Gesetzeslücke reagieren, wie Innenminister Alain Berset vor den Medien in Bern sagte: «Der Jugendschutz heute ist mangelhaft und unterscheidet sich von Kanton zu Kanton.» Künftig sollen die Alterskennzeichnungen und Alterskontrollen deshalb schweizweit vereinheitlicht werden.

Videoportale sollen elterliche Kontrolle ermöglichen

Das Gesetz sieht vor, dass sich die Akteure im Film- und Videospielebereich zu Jugendschutzorganisationen zusammenschliessen, und eine Regelung erarbeiten, die sie dem Bundesrat vorlegen. Die Kantone wiederum übernehmen eine überwachende Funktion und kontrollieren etwa mit Testkäufen, ob die Alterskennzeichnung eingehalten werden. Sie müssen dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) jährlich einen Bericht über ihre Aufsichtstätigkeit erstatten.

Darüber hinaus sollen auch Plattformdienste wie YouTube neu in die Pflicht genommen werden. Für diese existieren laut Mitteilung in der Schweiz bisher keine gesetzlichen Regelungen. Das Gesetz will die sie etwa dazu verpflichten, ein System zur Altersüberprüfung einzurichten. Zudem sollen Videoportale die elterliche Kontrolle ermöglichen und ein System einführen, mit dem Eltern ungeeignete Inhalte melden können.


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