Berufsverband der Pflegefachpersonen gegen ein Impfobligatorium

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Empfehlung Ja, Zwang Nein. Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) will keinen obligatorischen Pieks.

22. Juli 2021, 11:33

In anderen Ländern ist sie schon da und auch in der Schweiz wird darüber gestritten: Die Impfpflicht fürs Pflegepersonal. Nun positioniert sich der Berufsverband. Wie der SBK in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt, sei ein allfällige Impfobligatorium «nicht der richtige Weg» und «wahrscheinlich kontraproduktiv». Das Pflegepersonal habe während der Pandemie an der Belastungsgrenze gearbeitet und eine Impfpflicht könnte «der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und noch mehr Pflegende aus dem Beruf treibt», wie sich Roswitha Koch, Leiterin Pflegeentwicklung beim SBK, zitieren lässt.

Zudem gebe es auch «rechtliche und ethische Fragestellungen», die zuerst abgeklärt werden müssten. Die Haltung für oder gegen eine Impfung, so der SBK, sei «eine persönliche Entscheidung, die es zu respektieren gilt». Auch eine Kennzeichnung von ungeimpftem Pflegepersonal, wie auch schon diskutiert, lehnt der SBK ab. Dies wäre «rechtlich fragwürdig und nicht verhältnismässig». Dabei würden etwa Pflegende stigmatisiert, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

«Die Einhaltung von Schutzmassnahmen, sowie allenfalls eine Ausweitung der Teststrategie, sind nach Ansicht des SBK zielführender als ein Impfobligatorium», heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig lehnt der Verband die Impfung aber nicht generell ab, er empfiehlt sie seinen Mitgliedern sogar ausdrücklich: «Der SBK informiert seine Mitglieder über die Impfung und fordert sie dazu auf, eine auf den wissenschaftlichen Tatsachen basierende Entscheidung zu treffen.» Diese Entscheidung gelte es dann aber zu respektieren. Egal, wie sie ausfalle. (mg)


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