Berner Forschende untersuchen Stadt-Land-Graben in Europa

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Die Universität Bern forscht in den kommenden drei Jahren zum Stadt-Land-Graben in Europa. Es geht um die Unterschiede der politischen Einstellung und deren Folgen für die Entwicklung in Demokratie.

13. Januar 2021, 12:47

(abi) Das Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern beteiligt sich an einem internationalen Forschungsprojekt zum Stadt-Land-Graben in Europa mit dem Namen «Rude» (The Rural-Urban Divide in Europe). Zusammen mit fünf weiteren Universitäten wollen die Forschenden die Unterschiede politischer Einstellungen bei der städtischen und ländlichen Bevölkerung sowie deren Folgen für die politischen Entwicklungen in Demokratien untersuchen, teilte die Universität Bern am Mittwoch mit.

«‹Rude› verfolgt das Ziel, den politischen Stadt-Land-Graben im europäischen Kontext näher zu erforschen und herauszufinden, wie sich dieser unter einer fortschreitenden Globalisierung auf politische und soziale Überzeugungen auswirkt», sagt Markus Freitag vom Institut für Politikwissenschaft. Er ist der Hauptverantwortliche für das Projekt an der Universität Bern.

Dazu wird untersucht, wie unterschiedliche Siedlungsgebiete in Europa mit Populismus, der sozialen Identität, Wahrnehmungen von Ungerechtigkeit und Bedrohungen sowie allgemeinen politischen Einstellungen und politischem Verhalten der Bevölkerung zusammenhängen, heisst es weiter.

Wo steht die Agglomeration?

Auch befassen sich die Forschenden mit der Veränderung der Identitäten der städtischen und ländlichen Bevölkerungen in den letzten Jahrzehnten und untersuchen, was dies für die Demokratie bedeutet. In der Schweiz soll zudem die besondere Rolle der Agglomerationen untersucht werden. «Es wird analysiert, auf welcher Seite des Stadt-Land-Grabens sich die Agglomerationen platzieren», sagt Freitag.

Gemäss Mitteilung sollen im Rahmen des Projekts eine vergleichende Studie aller europäischen Länder und repräsentative Bevölkerungsumfragen sowie Experimente in den fünf teilnehmenden Ländern – Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Schweiz und Spanien – zu den sozialen Identitäten und politischen Einstellungen durchgeführt werden.

«Rude» wird durch den europäischen Forschungsfonds Norface im Rahmen des Programms «Horizon 2020» gefördert. Es enthält rund 1,5 Millionen Franken finanzielle Mittel.


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