Google-Infrastrukturchef: Kein Ersatz von Chefs durch Roboter

ZÜRICH ⋅ Firmenchefs droht noch lange keine Gefahr, durch Roboter ersetzt zu werden. "Ich denke, es ist hart, Management und Führung zu automatisieren", sagte Google-IT-Infrastrukturchef Urs Hölzle am Dienstag auf dem fünften Worldwebforum vor rund 2000 Geladenen in Zürich.

24. Januar 2017, 17:00
 
Denn es gebe viele Aspekte menschlicher Interaktion, die für uns Menschen offensichtlich seien, aber maschinelles Lernen absolut nicht beherrsche. "Da besteht noch eine grosse Kluft", sagte der Baselbieter, der nach den Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page der dienstälteste Mitarbeiter des Suchmaschinenkonzerns ist.
 
Menschliche Kommunikation zu verstehen, sei für Computer ziemlich schwierig. Management und Führung habe viel mit Interaktionen von Menschen zu tun, mit Motivation und Kommunikation.
 
Dies dürfte maschinelles Lernen in dieser Dekade nicht ersetzen können, sagte Hölzle. Heute beherrsche maschinelles Lernen beispielsweise, ob ein Foto einen Strand zeige und ermögliche die Suche danach im Fotoverzeichnis.

Bessere Zusammenarbeit

Chancen biete maschinelles Lernen bei der Verbesserung der Zusammenarbeit in Firmen. Wenn ein Angestellter an einem bestimmten Thema arbeite, könne der Computer Vorschläge machen, welche Dokumente als nächste benötigt würden.
 
Oder es könne einen Emailschreiber daran erinnern, wenn er jemanden aus einer bestimmten Gruppe vergessen habe, ins Adressfeld einzutragen, sagte Hölzle. Durch maschinelles Lernen werde die Zusammenarbeit in grossen Organisationen verbessert.

Auszeichnung für Webpionier

Am fünften Worldwebforum soll am Nachmittag der Erfinder des öffentlichen Internets, Tim Berners-Lee, für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden. Der Preis soll dem Briten von Bundesrat Johann Schneider-Ammann überreicht werden.
 
Der Physiker und Informatiker stellte vor einem Vierteljahrhundert die erste öffentlich zugängliche Webseite der Welt am CERN in Genf vor. Auf ihn geht die gemeinsame "Sprache" zurück, mit der am Internet angeschlossene Rechner kommunizieren und Daten austauschen können. Diese Sprache wurde Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP, genannt. Zudem legte Berners-Lee die Grundlagen für das Surfen im Internet von einer Webseite zur anderen.

sda
 
  
 
Video: Bundesrat Johann Schneider-Ammann erhält Web-Manifest

Am Worldwebforum in Zürich-Oerlikon bekommt Bundesrat Johann Schneider-Ammann ein Manifest überreicht. Darin enthalten sind Vorstellungen und unverbindliche Richtlinien zum Umgang mit dem Internet. (sda ats, 1485212400)




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