Überraschung im Mordfall um Kims Halbbruder

MALAYSIA ⋅ Zwei Jahre nach dem Mord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist eine der beiden angeklagten Frauen überraschend freigelassen worden. Sie Staatsanwälte in Malaysia zogen ihre Klage gegen die Indonesierin zurück.

Aktualisiert: 
11.03.2019, 04:18
11. März 2019, 04:02

Das Gericht in Malaysia entschied am Montag auf Antrag der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren gegen die 27-jährige Siti Aisyah eingestellt wird. Gründe wurden nach einem Bericht von Malaysias staatlicher Nachrichtenagentur Bernama zunächst keine genannt.

Rasch wurde sie aus dem Gerichtssaal geführt und in ein wartendes Auto gesetzt. Aisyah wirkte gelöst. Sie habe erst am Morgen erfahren, dass sie freikomme. "Ich bin überrascht und sehr glücklich", sagte Aisyah.

Dem älteren Halbbruder von Kim Jong Un war im Februar 2017 in einem belebten Airport-Terminal in Kuala Lumpur das Nervengift VX in Gesicht und Augen gerieben worden. Er starb zwei Stunden später.

Belastete Beziehungen

Im August 2018 hatte ein Oberster Richter befunden, dass es genügend Beweise für eine Verwicklung von Aisyah und einer vietnamesischen Verdächtigen in ein Mordkomplott gegen Kim Jong Nam gebe. Zudem sollen vier vermisste Personen aus Nordkorea daran beteiligt gewesen sein.

Die Indonesierin war zusammen mit einer Vietnamesin unmittelbar nach dem Anschlag auf den Nordkoreaner Kim Jong Nam im Februar 2017 auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur festgenommen worden. Die Frauen behaupten, dass sie von einem Mann für eine Fernsehshow im Stil von "Versteckte Kamera" angeheuert wurden. Angeblich wussten sie nicht, dass es sich bei der Substanz, mit der Kim Jong Nam getötet wurde, um ein Nervengift handelt. Kim Jong Uns Halbbruder war zuhause in Ungnade gefallen und lebte im Ausland.

Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea massiv belastet. Vermutet wird, dass der nordkoreanische Geheimdienst hinter dem Anschlag steckt. Die Vietnamesin muss sich weiterhin vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihr die Todesstrafe. (sda/dpa/ap)


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