Studie über Gründe von Erkrankungen

GESUNDHEIT ⋅ Welchen Einfluss haben Schadstoffe in der Umgebung darauf, wie häufig Menschen an Krebs erkranken? Die EU-Umweltagentur richtet einen genauen Blick auf die Zusammenhänge. Mit einer klaren Botschaft.

28. Juni 2022, 04:47

Rund jede zehnte Krebserkrankung in Europa lässt sich nach Ansicht von EU-Experten auf äussere Faktoren wie Schadstoffe zurückführen. Luftverschmutzung, krebserregende Chemikalien, UV-Licht oder auch Passivrauchen sind zusammen für schätzungsweise 10 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich, vermutlich gar für deutlich mehr.

Rauchen,und Alkoholkonsum werden in dieser Analyse nicht mitgezählt. Die gute Nachricht sei, dass die umwelt- und berufsbedingten Krebsrisiken verringert werden könnten, indem die Verschmutzung der Umwelt bekämpft werde und sich das Verhalten ändere, schreibt die EU-Umweltagentur EEA in einem am Dienstag veröffentlicht Bericht.

Krebsrisiken sind vermeidbar

Es handle sich um eine wirksame und kostengünstige Möglichkeit, um die Zahl der Krebserkrankungen und -todesfälle zu verringern. Die EEA kommt zu dem Schluss: "Umwelt- und berufsbedingte Krebsrisiken sind grundsätzlich vermeidbar, und ihre Verringerung ist der Schlüssel zur Verringerung der Krebslast in Europa."

Die Umweltagentur wies darauf hin, dass die Daten unvollständig und die damit verbundenen Unsicherheiten gross seien. "Es gibt eine Menge, was wir nicht wissen. Aber was wir wissen, ruft nach viel mehr Handeln", sagte der EEA-Experte Gerardo Sanchez.

Die einzelnen Bürger könnten nicht viel tun, um zu verhindern, Schadstoffen ausgesetzt zu sein. Vielmehr brauche es mehr politische Massnahmen, Regularien und einen Schub zur Umsetzung. Lösungsvorschläge gebe es genug.

Europa überdurchschnittlich betroffen

Mit fast 2,7 Millionen Neudiagnosen und 1,3 Millionen Todesfällen pro Jahr ist die EU stärker vom Krebs betroffen als andere Weltregionen. Obwohl weniger als 10 Prozent der Erdbevölkerung in Europa leben, gibt es hier nach EEA-Angaben fast 23 Prozent der Neuerkrankungen und 20 Prozent der Todesfälle weltweit. (sda/dpa)


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