Erinnerung an Ende der Berlin-Blockade

DEUTSCHLAND ⋅ Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof ist an das Ende der Berlin-Blockade vor 70 Jahren erinnert worden.

12. Mai 2019, 17:24

Nach einer Kranzniederlegung am Luftbrückendenkmal sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am Sonntag: "Die Berliner werden die Hilfe, die sie erhalten haben, niemals vergessen."

Die deutsche Justizministerin Katarina Barley nannte die Luftbrücke ein "beispielloses humanitäres Erfolgsprojekt". Der Gedenktag wurde mit einem "Fest der Luftbrücke" auf dem Tempelhofer Feld gefeiert.

Die Luftbrücke wurde im Juni 1948 von den Westalliierten eingerichtet, nachdem die Sowjetunion eine Blockade über West-Berlin verhängt hatte. Die Bevölkerung wurde fortan auf dem Luftweg versorgt. In Tempelhof landeten 277'000 Mal die so genannten Rosinenbomber. Am 12. Mai 1949 hob die Sowjetarmee die Berlin-Blockade schliesslich auf.

Akt der Solidarität gewürdigt

Müller sagte, für die mehr als zwei Millionen Menschen in Westberlin seien die Rosinenbomber "zur grossen Hoffnung" geworden. Der gemeinsame friedliche Einsatz für Freiheit und Demokratie sei auch heute noch hochaktuell. Überall auf der Welt gebe es Kräfte, die die Gesellschaft spalten wollten. Die Erinnerung an die Luftbrücke sei "Ansporn und Verpflichtung", all jenen zu helfen, "die heute unserer Solidarität bedürfen", sagte Müller.

Auch Barley erinnerte an die Herausforderungen, die Menschen in Westberlin nach der Blockade zu versorgen. "Mit dieser Luftbrücke ist Unmögliches möglich geworden", sagte die Ministerin. Nur die Solidarität habe "das Wunder der Luftbrücke ermöglicht".

Unter den Ehrengästen der Gedenkfeier war auch der frühere US-Pilot Gail Halvorsen, der damals einen der "Rosinenbomber" flog. Der 98-Jährige gab sich bei seinem Berlin-Besuch bescheiden.

"Die Helden der Luftbrücke waren nicht die Piloten, die Helden waren die Deutschen", sagte Halvorsen am Samstag, als ein Baseball-Feld auf dem ehemaligen Flughafengelände zu seinen Ehren nach ihm benannt wurde. "Eltern und ihre Kinder - sie waren die Zukunft der freien Welt. Sie hatten die Freiheit, Entscheidungen zu treffen. Sie waren die Helden, nicht die Typen, die das Essen gebracht haben."

Die Piloten brachten damals mehr als zwei Millionen Tonnen Hilfsgüter nach West-Berlin. Dutzende Soldaten verloren dabei ihr Leben. (sda/afp)


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