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Ausstellung

Kunsthaus Zug zeigt Retrospektive zu Jan Jedlička

Das Kunsthaus Zug zeigt eine umfassende Ausstellung mit Werken des Malers und Fotografen Jan Jedlička. Jedlička verwendet in seinen von Landschaften geprägten Bildern oft Farben, die er selbst aus vor Ort vorgefundenen zerstossenen Steinen hergestellt hat.
Bild: Kunsthaus Zug

Jedlička wurde 1944 in Prag geboren, wo er auch die Akademie der bildenden Künste besuchte. 1969, als die Armee der Sowjetunion die Tschechoslawakei besetzte, floh er in die Schweiz. Dort hatte zunächst die Erwerbsarbeit vor dem Kunstschaffen Vorrang. Ein Aufenthalt in der Toskana 1978 habe dann seinen künstlerischen Neubeginn markiert, teilte das Kunsthaus Zug am Donnerstag mit.

Das vielfältige Schaffen von Jedlička war bislang in der Schweiz nie in einer umfassenden Retrospektive zu sehen. Diese Lücke will das Kunsthaus Zug nun nach eigenen Angaben schliessen. Es greift dabei auf eine Retrospektive zurück, die 2021 in Prag zu sehen war. Die auf die Zuger Verhältnisse angepasste Ausstellung mit rund 140 Werken sei in Zusammenarbeit mit dem Künstler erarbeitet worden, teilte das Kunsthaus mit.

Landschaftswanderer

Das Kunsthaus beschreibt das Werk von Jedlička als "präzise, feinsinnig, poetisch". Viele der Werke sind Landschaftsbilder. Jedlička erwandert aufmerksam beobachtend Landschaften und nimmt dabei vor allem auch die Veränderungen wahr, die sich im Lauf der Tageszeiten und der Jahreszeiten ergeben.

Seine Inspiration holt sich Jedlička etwa in der Schweiz, in der Region Prag oder in Wales. Besonders angetan hat es ihm die Maremma, eine Schwemmlandschaft bei Grosseto.

Oft stellt er die Farbpigmente für seine Malereien selbst aus vor Ort gefundenen Mineralien her. Er bringe damit die Landschaft buchstäblich auf die Leinwand, erklärt dazu das Kunsthaus Zug. Jedlička arbeitet auch mit Schwarz-Weiss-Fotografie, mit Polaroids oder mit Filmen.

Die Jedlička-Ausstellung ist vom 14. Januar bis am 16. April zu sehen. Parallel dazu zeigt das Kunsthaus Zug Werke von Max von Moos (1903-1979), Florin Granwehr (1942-2019) und der 1945 geborenen Brigitte Moser. Es handelt sich dabei um Schenkungen, welche das Kunsthaus zum ersten Mal ausstellt. (sda)

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