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Deutschland

Kunstbiennale: «We Were the Last to Stay»

Graue Autos, Wohnmobile, Fahrräder und Bänke in menschenleerer Landschaft: Ein von Asche begrabener Campingplatz nach einem Vulkanausbruch.
Ein von Asche begrabener Campingplatz nach einem Vulkanausbruch. «We Were the Last to Stay» (Wir waren die Letzten, die blieben) heißt die riesige Installation in der stillgelegten Fabrik Fagor-Brandt, die der Belgier Hans Op de Beeck für die Kunstbiennale von Lyon geschaffen hat. Foto: Sabine Glaubitz/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung Kunstbiennale in Lyon und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
Bild: Keystone/dpa/Sabine Glaubitz

"We Were the Last to Stay" (Wir waren die Letzten, die blieben) heisst die riesige Installation, die der Belgier Hans Op de Beeck für die an diesem Mittwoch eröffnete Kunstbiennale von Lyon geschaffen hat, eines der bedeutendsten Kunstevents in Frankreich.

Ein Manifest der Zerbrechlichkeit lautet das Motto, das sich die Berliner Museumschefs Sam Bardaouil und Till Fellrath ausgedacht haben. Was das international bekannte Kuratorenduo damit gemeint hat, ist fast allumfassend: ein allseits geteiltes Gefühl der Angst vor dem Klimawandel, der Zerstörung durch Kriege, der Umwälzungen durch Krankheiten und Pandemien, der Ausgrenzung durch Prekarität, Herkunft, Geschlecht, Sexualität und Religion.

Das Kunstspektakel findet in über 5 Ausstellungsstätten statt, darunter die stillgelegte Fabrik Fagor-Brandt, in der einst Haushaltsgeräte hergestellt wurden. Auf dem rund 29 000 Quadratmeter grossen Gelände konzentrieren sich XXL-Installation wie die von Hans Op de Beeck und Eva Fàbregas, deren Textilskulpturen an unbändig wuchernde Pflanzen oder Körperorgane erinnern.

Erstmals wird auf der bis zum 31. Dezember dauernden Biennale das ehemalige Naturkundemuseum Guimet bespielt. Die leerstehenden Vitrinen, in denen einst ausgestopfte Präparate standen, haben den Franzosen Ugo Schiavi zu einem raumausfüllenden Werk inspiriert: Zerbrochene Glaskästen voller Pflanzen, Knochen, Fossilien, Müll und alten Elektrokabeln. (sda/dpa)